Nvidia DLSS 5 Showcase: Capcom Ubisoft und Co. wurden offenbar nicht vorab informiert
Nvidias DLSS 5 hat seit seiner Präsentation keine ruhige Minute erlebt. Erst die Kritikwelle aus der Community, dann Jensen Huangs kämpferische Gegendarstellung – und jetzt ein Bericht, der die ganze Angelegenheit in einem noch unvorteilhafteren Licht erscheinen lässt. Denn offenbar waren nicht nur Außenstehende überrascht von dem, was Nvidia zeigte. Auch diejenigen, deren Arbeit dabei präsentiert wurde, sollen davon aus dem Nichts getroffen worden sein.
Entwickler sahen die Präsentation zusammen mit der Öffentlichkeit
Laut einem Bericht von Insider Gaming erfuhren Entwickler und Grafikkünstler verschiedener Studios – darunter Capcom und Ubisoft – von DLSS 5 zum selben Zeitpunkt wie der Rest der Welt: während Nvidias eigenem Showcase. „Wir haben es zur gleichen Zeit erfahren wie die Öffentlichkeit“, zitiert der Bericht einen anonymen Ubisoft-Entwickler. Besonders brisant ist das im Fall von Capcom, dessen Spiel Resident Evil Requiem prominent in der Präsentation auftauchte. Innerhalb des Studios soll die Einbindung in den Showcase für erhebliche Bestürzung gesorgt haben – Capcom gilt intern als traditionell eher ablehnend gegenüber KI-gestützten Entwicklungswerkzeugen. Die Befürchtung, die hinter den Kulissen kursiert: Die Darstellung könnte die Studioleitung dazu verleiten, KI-Technologien künftig aktiv in laufende Entwicklungen einzufordern.
Nvidias PR-Chef widerspricht – und tritt damit in ein Wespennest
Auf diese Berichte reagierte Ben Berraondo, Senior Director of Global PR für GeForce bei Nvidia, mit einem Posting in sozialen Medien. Er betonte, die Einbindung von Resident Evil Requiem in den DLSS-5-Showcase sei in enger Zusammenarbeit mit Capcom entstanden und das hausinterne Team des Studios habe daran mitgewirkt. „Spieleentwickler haben detaillierte künstlerische Kontrolle“, schrieb er. Das klingt nach einer klaren Gegendarstellung – steht jedoch im direkten Widerspruch zu dem, was anonym aus den betroffenen Studios berichtet wird. Ob diese Diskrepanz aufgeklärt wird, bleibt offen. Was jedoch bleibt, ist das Bild eines Unternehmens, das eine weitreichende Technologieankündigung ohne erkennbare Abstimmung mit den beteiligten Entwicklungsteams auf die Bühne gebracht hat.
Kritik von allen Seiten – und Huangs Reaktion darauf
Die Reaktionen auf DLSS 5 fielen schon vor diesem Bericht alles andere als gnädig aus. Dokumentarfilmer Danny O’Dwyer beschrieb die durch die Technologie veränderten Charaktere als aufgehübschte Wesen ohne Eigencharakter, während RPGSite-Redakteur Alex Donaldson den Effekt als „unheimlich und befremdlich“ einstufte und künstlerische Ausdruckskraft als gefährdet bezeichnete. Jensen Huang antwortete darauf mit der Aussage, alle Kritiker lägen „komplett falsch“, und bekräftigte, DLSS 5 arbeite nicht als nachgelagerter Filter auf Frameebene, sondern als generative Steuerung auf Geometrieebene. Entwickler hätten volle Kontrolle über die Ausgabe – von Intensität über Farbkorrektur bis hin zur gezielten Ausblendung bestimmter Bildbereiche. Ein Release-Termin für DLSS 5 steht noch aus; die Technologie ist für GeForce-RTX-50-Nutzer für später in diesem Jahr angekündigt. Bis dahin dürfte die Debatte nicht leiser werden.


