Nur jedes zweite neue Arzneimittel hat einen Zusatznutzen

17. Februar 2015, 17:37 Uhr · Quelle: dpa

Berlin (dpa) - Nur jedes zweite neue Arzneimittel weist einen zusätzlichen Nutzen für die Patienten auf. Zugleich werden Präparate ohne Mehrwert gegenüber gängigen Medikamenten aber recht häufig vom Arzt verordnet.

Dies geht aus einem neuen Report der Krankenkasse DAK-Gesundheit hervor. Darin kommt die Kasse außerdem zu dem Schluss, dass das 2011 beschlossene Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarkts (AMNOG) sich grundsätzlich bewährt, aber weiter Schwachstellen habe.

Das Gesetz schreibt vor, dass neue Arzneimittel auf ihren zusätzlichen Nutzen für die Therapie überprüft werden müssen. Auf dieser Grundlage wird dann zwischen Hersteller und Kassen innerhalb eines Jahres nach Markteinführung der Preis ausgehandelt. Gelingt das nicht, hat eine Schiedsstelle weitere drei Monate Zeit, eine Verständigung herbeizuführen.

In dieser Zeit bestimmt weiterhin allein das Pharmaunternehmen den Einstiegspreis ihres Präparates. Um überhöhte Preise in den ersten 12 bis 15 Monaten zu verhindern, plädiert die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) dafür, dass die ausgehandelten Preise rückwirkend gelten.

Dass neue Wirkstoffe ohne Zusatznutzen so häufig verschrieben werden, liegt möglicherweise an der mangelnden Information der Mediziner, mutmaßen die Kassen.

Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa) beklagt eine einseitige Ausrichtung auf die Kostendämpfung. Dagegen müsse die Versorgungsqualität stärker beachtet werden. Im übrigen sei die Innovationsbilanz der Pharmaindustrie «so gut wie lange nicht mehr», erklärte vfa-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer. Allerdings sei eine Refinanzierung der Investitionen nicht mehr möglich, wenn die Preise für neue Medikamente hierzulande unter den europäischen Durchschnitt sänken.

DAK-Chef Herbert Rebscher argumentierte, auch wenn ein Teil der Präparate durch das kostendämpfende Gesetz vom Markt verschwunden sei, führe das bisher nicht zu Engpässen in der Versorgung. Deren Wirkstoffe ließen sich problemlos durch andere Arzneimittel ersetzen. Im übrigen sei das AMNOG auch keine Innovationsbremse.

Der CDU/CSU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn sieht in der Arzneimittelmarktreform «eine kleine Revolution». Das Gesetz «bedeutete das Ende der Mondpreise für Medikamente», sagte Spahn der dpa. Er fügte hinzu: «Klar ist aber auch: Das AMNOG ist ein lernendes System. Wir wollen, dass wirkliche Innovationen den Patienten schnell zur Verfügung stehen. Die müssen auch weiterhin gut bezahlt werden.«

Rebscher und der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Wolf-Dieter Ludwig, kritisierten, dass es in Deutschland quasi einen zweigeteilten Arzneimittelmarkt gebe. Der Bestandsmarkt der Arzneimittel, die vor dem 1. Januar 2011 eingeführt worden seien, werde keiner Überprüfung unterzogen. Hier wäre eine Reaktion des Gesetzgebers möglich, sagte Ludwig. Auch die nach diesem Stichtag eingeführten neueren Arzneimittel sollten nach zwei, drei Jahren erneut auf ihren Nutzen geprüft werden, sagte Rebscher.

Gesundheit / Krankenversicherung / Arzneimittel / Deutschland
17.02.2015 · 17:37 Uhr
[1 Kommentar]
Bienenschwarm
Tel Aviv (dpa) - Ein riesiger Bienenschwarm hat eine Stadt im Süden Israels heimgesucht. Israelische Medien berichteten von Zehntausenden Insekten, die sich unter anderem im Bereich eines Einkaufszentrums in Netivot aufhielten. Aufgeregte Geschäftsinhaber und Einwohner der Kleinstadt hätten aus Angst vor Stichen Fenster und Türen geschlossen.  Videos […] (00)
vor 6 Minuten
Alabama 3 wäre beinahe nicht für den Vorspann von 'The Sopranos' ausgewählt worden.
(BANG) - Die Band Alabama 3 wäre beinahe nicht für ihren inzwischen ikonischen Song 'Woke Up This Morning' im Vorspann von 'The Sopranos' ausgewählt worden. Die achtköpfige Londoner Band – angeführt vom Gründungsmitglied Rob Spragg – baute sich eine weltweite Fangemeinde auf, nachdem ihr Alt-Country-Song von 1997 in den Eröffnungs-Credits der […] (00)
vor 3 Stunden
Eine Person tätigt einen Onlinekauf
Bamberg (dpa/tmn) - Beim Onlinekauf von Eintrittskarten oder Gutscheinen zum Ausdrucken («Print@Home») dürfen nicht pauschal zusätzliche Kosten anfallen. Der Anbieter ist etwa nicht berechtigt, über den eigentlichen Ticket- oder Gutscheinpreis hinaus einfach eine sogenannte Systemgebühr in Rechnung zu stellen. Das hat das Oberlandesgericht Bamberg […] (00)
vor 3 Stunden
Jazz trifft Battle Royale: Laufey headlined Fortnite Festival Saison 14
Frisch nach ihrem Auftritt am ersten Wochenende des Coachella-Festivals bringt die zweifache GRAMMY-Preisträgerin Laufey ihren genreübergreifenden Sound als Icon der Saison 14 ins Fortnite Festival! Ab dem 16. April können Spieler Laufeys faszinierenden Stil, ihre außergewöhnlichen Gesangsfähigkeiten und ihre romantisch-vintage Ästhetik mit neuen […] (00)
vor 2 Stunden
Patrick Schwarzenegger wurde an der Seite von Phoebe Dynevor für 'Beach Read' gecastet.
(BANG) - Patrick Schwarzenegger wurde an der Seite von Phoebe Dynevor für 'Beach Read' gecastet. Der 32-jährige Schauspieler wird gemeinsam mit der 'Bridgerton'-Darstellerin in der Verfilmung von Emily Henrys New-York-Times-Bestseller-Roman mitspielen, der sich derzeit bei 20th Century Studios in Entwicklung befindet. 'Beach Read', veröffentlicht im […] (00)
vor 3 Stunden
Marie-Louise Eta
Berlin (dpa) - Für gewöhnlich ist der 1. FC Union ein Berliner Thema. Doch dank Marie-Louise Etas historischer Beförderung interessiert der Fußball-Bundesligist plötzlich international. Als die 34-Jährige ihr erstes Training in Köpenick leitete, war der Presseauflauf am Rande der Hauptstadt so groß wie selten zuvor.  Das gewaltige Medienecho, die vielen […] (01)
vor 5 Stunden
Inflationsdruck bleibt hartnäckig: Was Anleger jetzt wissen müssen
Hartnäckige Inflation gefährdet Renditeerwartungen Die Inflationsraten weltweit sind hartnäckiger als noch vor wenigen Monaten prognostiziert. Während Notenbanken und Marktteilnehmer auf eine kontinuierliche Normalisierung gehofft hatten, zeigen aktuelle Daten ein weniger rosiges Bild. Die Kerninflation bleibt in vielen Industrieländern erhöht, was die […] (00)
vor 35 Minuten
Dunkles Büro? Warum mehr Licht allein oft nicht die Lösung ist
Wrestedt, 15.04.2026 (PresseBox) - Viele Beschäftigte kennen die Situation: Der Raum ist beleuchtet, wirkt aber trotzdem irgendwie künstlich und matt. Der Bildschirm sticht optisch heraus, die Augen werden schnell müde, einzelne Bereiche am Arbeitsplatz bleiben zu dunkel oder das Licht fühlt sich insgesamt unangenehm an. Dann liegt die Vermutung nahe, […] (00)
vor 3 Stunden
 
Das neue Deutschland: Jeder Vierte mit Migrationshintergrund – Die Bildungs-Kluft schlägt zu
Wiesbaden hat die nackten Zahlen des Mikrozensus 2025 vorgelegt, und sie zeichnen das […] (01)
Jens Spahn und Katherina Reiche (Archiv)
Berlin - Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) hat Bundeswirtschaftsministerin […] (04)
Oberleitung fällt auf ICE: Hunderte Reisende sitzen fest
Zahna-Elster (dpa) - Eine Oberleitung ist auf der Bahnstrecke Berlin-München auf […] (03)
Spielschein für Lotto 6 aus 49 (Archiv)
Saarbrücken - In der Mittwochs-Ausspielung von "6 aus 49" des Deutschen Lotto- und […] (01)
FC Liverpool - Paris Saint-Germain
Liverpool (dpa) - Nach dem bitteren Champions-League-Abend von Liverpool nahm Florian […] (02)
«Game of Thrones»-Film trägt Arbeitstitel «Aegon’s Conquest»
Warner Bros. hat auf der CinemaCon erste Details zum geplanten Kinoprojekt aus dem Westeros- […] (00)
Selena lobt Demi
(BANG) - Selena Gomez war zu Tränen gerührt, nachdem sie vom neuesten Konzert von […] (00)
Xbox räumt ein: Game Pass ist zu teuer geworden – jetzt könnte sich alles ändern
Der Xbox Game Pass galt lange als das stärkste Abo im Gaming. Für viele war der […] (00)
 
 
Suchbegriff