Nuklear-Diplomatie am Scheideweg: UN drängt den Iran zur Kooperation
Der Diskurs um das iranische Nuklearprogramm hat erneut Fahrt aufgenommen. Rafael Grossi, der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), unterstrich in Wien den dringenden Bedarf einer Wiederaufnahme der Überwachung des iranischen Nuklearprogramms. Grossi warnte: Obwohl noch Zeit vorhanden sei, schwinde diese zusehends.
Hintergrund der stockenden Zusammenarbeit ist die Aussetzung der Inspektionen durch den Iran, eine Reaktion auf militärische Vorfälle mit Israel und den USA, bei denen wichtige Atomanlagen zerstört wurden. Der Verbleib von über 400 Kilogramm nahezu waffenfähigem Uran steht im Mittelpunkt der Verhandlungen. Teheran blieb bisher jede Aussage über den momentanen Standort und Zustand des Materials schuldig. Westliche Diplomaten mutmaßen, dass der Iran befürchtet, solche Informationen könnten Israel zu erneuten militärischen Angriffen animieren.
Dennoch gibt es Anzeichen für Fortschritte. Grossi zeigte sich optimistisch, zeitnah eine Übereinkunft mit dem Iran erreichen zu können, um die internationalen Gespräche wiederzubeleben und die diplomatischen Bemühungen im Nuklearkonflikt voranzutreiben. Zugleich erinnern Deutschland, Frankreich und Großbritannien den Iran an die drohende Wiederaufnahme von UN-Sanktionen, sollten keine Fortschritte erzielt werden. Jüngste Signale aus Teheran, in einem offenen Brief von Außenminister Abbas Araghtschi betont, zeugen von einer Bereitschaft zur Übereinkunft, die sowohl Kontrollmechanismen als auch Sanktionserleichterungen umfasst.

