NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst fordert rasche Weichenstellung für Bau neuer Kraftwerke und Pipelines
Die Bundesregierung soll laut Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) im Zuge des Kohleausstiegs schnell handeln und den Bau neuer Kraftwerke und Pipelines forcieren. In einem Interview mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe betonte Wüst die Dringlichkeit einer konkreten Kraftwerksstrategie. Er mahnte, dass ab dem Jahr 2030 die bisherigen Braunkohlekraftwerke des Landes durch moderne Gas- und Wasserstoffkraftwerke ersetzt werden müssten. Eine sichere und bezahlbare Energieversorgung sei für Nordrhein-Westfalen als Industriestandort von entscheidender Bedeutung.
Insbesondere wartet die Energiebranche bereits seit einiger Zeit auf eine Strategie zum Bau neuer, wasserstofffähiger Gaskraftwerke bis 2030. Diese Kraftwerke sollen in "Dunkelflauten", also Zeiten ohne ausreichenden Wind und Sonnenschein, einspringen und so die Stromnachfrage decken. Allerdings scheuen Energieunternehmen bisher Investitionen, da sich der Betrieb der neuen Kraftwerke noch nicht rentabel gestaltet.
Der Bundeswirtschaftsminister, Robert Habeck, betonte kürzlich in Berlin ebenfalls die Relevanz einer Strategie zum Bau neuer Gaskraftwerke in Deutschland. Auf dem "Handelsblatt"-Energiegipfel äußerte er die Hoffnung auf eine schnelle Entscheidung. Obwohl die Bundesregierung bereits weit fortgeschritten war, wurde der Prozess durch das Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts unterbrochen. Dadurch musste die Regierung finanzielle Löcher im Haushalt stopfen. In diesem Zusammenhang stellte Habeck fest, dass der Staat Unternehmen bei Investitions- und Betriebskosten unterstützen könne.
Die bisherigen Pläne von Habeck wurden jedoch von der FDP kritisiert. Michael Kruse, der energiepolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, wies auf die hohen Kosten hin, die auch von den Stromkunden getragen werden müssten.
Derzeit ist der frühere Ausstieg aus der Kohle "idealerweise" für das Jahr 2030 geplant, um den Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid zu reduzieren. Allerdings wurde diese Entscheidung vorerst nur für das Rheinische Revier beschlossen und ist in den Revieren in Ostdeutschland umstritten. Neue Gaskraftwerke könnten vor allem die Kohlekraftwerke ersetzen und sollen zunächst mit Erdgas betrieben werden, bevor sie zunehmend auf den umweltfreundlichen Wasserstoff umgestellt werden. (eulerpool-AFX)

