Norwegens Ölfonds steigt bei Caterpillar aus – erster Ausschluss eines nicht-israelischen Unternehmens wegen Gaza-Krieg
Norwegens staatlicher Ölfonds hat seine gesamte Beteiligung am US-Baumaschinenhersteller Caterpillar veräußert. Mit einem Anteil von 1,2 Prozent war der Fonds bislang unter den zehn größten Aktionären des Konzerns. Ende Juni entsprach dies einem Marktwert von rund 2,1 Mrd. US-Dollar. Der Schritt markiert das erste Mal, dass der 2 Bio. US-Dollar schwere Fonds ein nicht-israelisches Unternehmen wegen dessen Rolle in den palästinensischen Gebieten ausschließt.
Grundlage der Entscheidung war eine Empfehlung des unabhängigen Council on Ethics. Dieses stellte fest, dass von Caterpillar produzierte Bulldozer systematisch von israelischen Behörden zur „rechtswidrigen Zerstörung palästinensischen Eigentums“ eingesetzt würden. Das Gremium sprach von „umfangreichen und systematischen Verletzungen des humanitären Völkerrechts“ und bemängelte, Caterpillar habe keinerlei Maßnahmen ergriffen, um eine solche Nutzung seiner Maschinen zu verhindern.
Parallel trennte sich der Fonds auch von fünf israelischen Banken – darunter Bank Leumi und Bank Hapoalim –, die durch die Finanzierung von Siedlungsprojekten im Westjordanland in den Fokus geraten waren. Damit reduzierte der Fonds innerhalb weniger Wochen seine Israel-Engagements von 61 auf 33 Unternehmen.
Die Verkäufe erfolgen in einem politisch angespannten Umfeld. In Norwegen wächst der Druck auf die Fondsführung, da Berichte über Investitionen in Unternehmen, die Motoren für israelische Kampfflugzeuge warteten, Empörung ausgelöst hatten. Oppositionsparteien fordern gar einen vollständigen Rückzug aus Israel. Gleichzeitig warnen Regierungsvertreter vor möglichen US-Gegenreaktionen: Mehrere Bundesstaaten könnten auf Anti-Boykott-Gesetze pochen, die Norwegens Investitionen belasten würden.

