Norma Group: Kursrutsch trotz Verkaufs der Wassersparte
Der Verkauf der Wassersparte bei Norma Group hat bei den Anlegern keine nachhaltige Euphorie ausgelöst. Zunächst zeigte sich der Aktienkurs des Verbindungstechnik-Spezialisten erfreulich mit einem Anstieg von bis zu 4,3 Prozent, rückte dabei in die Nähe der 18,90-Euro-Marke und übertraf das hoch erreichte Niveau seit Juni des Vorjahres. Der Wendepunkt kam jedoch rasch, als der Kurs bei 18,60 Euro ins Minus drehte.
Am Handelsschluss notierten die Wertpapiere mit einem Abschlag von 11,1 Prozent bei 15,86 Euro. Händler sprechen von Gewinnmitnahmen nach einem bemerkenswerten Kursanstieg, der seit dem Rekordtief im April bei 9,07 Euro zu einer Verdopplung führte. Die operative Marge (Ebit) bleibt ein Sorgenpunkt, denn ohne die Wassersparte rechnet Norma nun mit einer Marge von 0 bis 1 Prozent für das laufende Jahr, wohingegen zuvor mit 6 bis 8 Prozent kalkuliert wurde.
Rene Tonn von Warburg bezeichnet das reduzierte Margenziel als eindeutigen Hinweis auf die herausfordernden Marktbedingungen. Zudem liegt der erwartete Nettomittelzufluss von 620 bis 640 Millionen Euro unter den Erwartungen. Obwohl die zügige Einigung mit Advanced Drainage Systems positiv gewertet wird, bleibt die Restverwendung der Einnahmen, darunter 300 Millionen Euro zur Schuldentilgung und 70 Millionen Euro für mögliche Übernahmen, ein Diskussionspunkt unter Anlegern.
Norma hat nach der Einigung mit Advanced Drainage Systems seine Umsatzprognose für das Geschäftsjahr auf 810 bis 830 Millionen Euro angepasst.

