Nordseegipfel in Hamburg: Ausbau der Windenergie im Fokus
Beim Nordseegipfel in Hamburg trafen sich Deutschland und weitere Anrainerstaaten, um die Offshore-Windkraft weiter voranzutreiben und die Nordsee zum weltweit größten Reservoir für saubere Energie zu entwickeln. Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte das Ziel, bis 2050 eine Leistung von 300 Gigawatt in der Nordsee zu erreichen. Allerdings sind mit Frankreich und Großbritannien zwei bedeutende Akteure nicht auf Spitzenebene vertreten.
Der erste Nordseegipfel fand 2022 in Reaktion auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine statt. Damals ging es darum, russische Gas- und Öl-Lieferungen durch erneuerbare Energien zu ersetzen. Zum zweiten Gipfel in Ostende kamen acht Staats- und Regierungschefs, in Hamburg sind es sechs, einschließlich des Gastgebers Merz.
Die Energieminister begannen ihre Beratungen bereits am Sonntagabend, bevor am Montag die Regierungschefs an Bord des Mehrzweckschiffs "Neuwerk" zusammenkamen. Das Forschungsschiff "Atair", das ursprünglich besucht werden sollte, konnte nicht einlaufen. Merz, einst kritisch gegenüber Windkraftanlagen, hat die Förderung der Windenergie mittlerweile in den Koalitionsvertrag mit der SPD aufgenommen.
Ziel des diesjährigen Gipfels ist es, die Zusammenarbeit durch sechs Abkommen zu stärken, Investitionsbedingungen zu verbessern und eine grenzüberschreitende Planung von Windparks zu unterstützen. Umweltverbände äußern Bedenken, dass der Ausbau der Windkraft möglicherweise negative ökologische Folgen haben könnte. Zudem wird auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Energieinfrastruktur der Nordsee vor potenziellen hybriden Angriffen zu schützen.
Veranstaltungen bieten auch Raum für andere Themen, wie die Grönland-Krise, die bereits von den USA entschärft wurde. Die Ministerpräsidenten Frederiksen und De Wever werden zusammen mit Merz an der Pressekonferenz teilnehmen.

