Nissans neuer Fahrplan: Restrukturierung und Neuanfänge trotz Belastungen
Der japanische Automobilkonzern Nissan steht vor erheblichen Herausforderungen auf seinen Hauptmärkten USA und China. Die anhaltenden Handelskonflikte und erhöhten Zölle in den USA belasten das Unternehmen schwer und führen zu einem operativen Verlust im Autogeschäft, der sich im ersten Halbjahr auf rund 177 Milliarden Yen erstreckte. Diese Einbußen, von denen nahezu 150 Milliarden Yen auf Zölle zurückzuführen sind, unterstreichen die aktuelle Belastungssituation. Ein kürzlich vorgestellter Konzernausblick bis zum Geschäftsjahr 2025/26 lässt erneut hohe Verluste erwarten, diesmal in Höhe von 275 Milliarden Yen, die gänzlich auf Zollbelastungen zurückzuführen sein sollen. Diese Entwicklungen führten in Tokio zu einem Rückgang der Nissan-Aktie um 1,7 Prozent.
Trotz der trüben Aussichten zeigt sich CEO Ivan Espinosa zuversichtlich bezüglich eines Richtungswechsels und plant große Maßnahmen zur Kostensenkung und Gewinnsteigerung. Dazu zählt der Abbau von 20.000 Arbeitsplätzen sowie die Schließung mehrerer Werke. Zudem verkauft Nissan ihre Konzernzentrale in Yokohama, was einen signifikanten Buchgewinn generieren soll. Espinosa strebt eine Rückkehr zur Profitabilität mit der Einführung von neun neuen Modellen bis zum Geschäftsjahr 2027/28 an.
Finanzchef Jeremie Papin prognostiziert für die zweite Jahreshälfte ein positives Wachstum und erwartet eine Verbesserung der Lage im Tagesgeschäft. Trotz eines Rückgangs in den ersten sechs Monaten mit einer Auslieferung von 1,48 Millionen Fahrzeugen, was einem Minus von 7,3 Prozent entspricht, bleibt das Jahresziel von 3,25 Millionen verkauften Einheiten bestehen. Besonders auf dem chinesischen Markt wird nun ein weniger drastischer Rückgang erwartet, was Hoffnung auf eine baldige Wende lässt.

