Neuordnung bei Schleich: Umzug und Zentralisierung für optimierte Geschäftsstrukturen
Der traditionsreiche Spielzeugproduzent Schleich, bekannt für seine detailreichen Kunststoff-Figuren, hat eine große Umstrukturierung und einen Standortwechsel eingeläutet. Das Traditionsunternehmen wird nach beinahe einem Jahrhundert in Schwäbisch Gmünd seinen Hauptsitz nach München transferieren. Dieser Schritt ist für den Beginn des Jahres 2025 festgesetzt. Zusätzlich wird eine neue Niederlassung in Prag eingerichtet, die unter anderem für die Finanzverwaltung und den Kundenservice spenden soll.
Die Mitarbeiter in der altgedienten Niederlassung in Schwäbisch Gmünd stehen vor der Option, ihren Arbeitgeber an die neuen Standorte in München und Prag zu begleiten, wobei Details zur Anzahl der von dieser Maßnahme direkt Betroffenen momentan nicht kommuniziert worden sind. Intensive Dialoge mit dem Betriebsrat haben gerade erst begonnen und sollen mit gebührender Diskretion und Respekt weitergeführt werden.
Die Umorganisation tangiert außerdem die Logistik des Unternehmens, die zukünftig in die Hände eines externen Dienstleisters gelegt werden soll. Ziel dabei ist es, dass die dortigen Arbeitnehmer Übernahmeangebote erhalten. Wie viele Mitarbeiter genau von dieser Veränderung erfasst werden, ist noch unklar. Weltweit zählte Schleich gemäß eigenen Angaben etwa 480 Beschäftigte im Jahr 2023.
Die Neuausrichtung unter der Leitung von Stefan De Loecker zielt darauf ab, die Kernkompetenzen zu festigen, Funktionen zu zentralisieren und die Kooperation intern zu intensivieren. De Loecker, früher bei Beiersdorf tätig, intendiert, das Unternehmen für zukünftiges Wachstum zu rüsten. Er hatte die Führung bei Schleich zu Beginn des Jahres übernommen.
Nach einer Periode der Expansion stehen die Zeichen bei Schleich aufgrund eines Umsatzrückgangs zuletzt auf Transformation. Im vorangegangenen Jahr musste das Unternehmen einen Erlöseinzug von circa 15 Prozent auf 234 Millionen Euro hinnehmen, der unter anderem durch eine verhaltene Kauflaune begründet wurde. Die verkauften Figuren verringerten sich um mehr als ein Zehntel auf etwa 35 Millionen Stück. Zahlen zum Gewinn werden traditionell nicht veröffentlicht. Das Spielzeug von Schleich erfreut sich jedoch einer globalen Präsenz und wird in 60 Ländern vertrieben, wobei bereits über 60 Prozent des Geschäfts außerhalb Deutschlands abgewickelt wird. (eulerpool-AFX)

