Neues Kapitel im Handelsstreit: Trump-Administration strebt globale Zölle an
Die Trump-Administration macht Fortschritte bei ihrem weltweiten Zollkurs, während die Frist zur Finalisierung von Handelsabkommen am 9. Juli näher rückt. Vor diesem Hintergrund verhandeln die USA mit wichtigen Handelspartnern, insbesondere im Hinblick auf ihre Beziehungen zu China.
Nach hochrangigen Verhandlungen in London wurde am 10. Juni 2025 ein Rahmenabkommen mit China erzielt, das noch der Zustimmung von Präsident Trump und Präsident Xi bedarf. Dieses Abkommen soll die Handelsbeziehungen stabilisieren, wobei noch einige kleinere Fragen, insbesondere Chinas Exportkontrollen für seltene Erden, ungelöst bleiben.
Die USA streben dabei einen gesicherten Zugang zu Halbleitern an, um Chinas Druckmittel entgegenzuwirken. Das Abkommen basiert auf der Konsensbildung vom Mai 2025 in Genf und spezifiziert ein abgestuftes Zollsystem für chinesische Importe: Ein Basistarif von 10 % gilt für alle Importe, während bestimmte Waren mit Bezug zu Fentanyl-Vorprodukten einen zusätzlichen Zoll von 20 % erfahren (insgesamt 30 %).
Einige Waren laut Abschnitt 301 unterliegen einem 25%-Zoll, der zusammen mit dem 10%-Basistarif auf 35 % ansteigt. So werden beispielsweise Elektronikartikel unter Abschnitt 301 mit 35 % belastet, während Bekleidung nur dem 10%-Basistarif unterliegt. Inmitten der näher rückenden Frist hat die Administration ihre Handelspartner kategorisiert.
Der G7-Gipfel in Kanada diente als Plattform für bilaterale Handelsgespräche. Präsident Trump traf sich mit Vertretern mehrerer Nationen, darunter der Europäischen Union. Allerdings stockten die ersten Verhandlungen mit der EU aufgrund der Gegenseitigkeit von Handelsbedingungen.
Nach dem vorzeitigen Verlassen des Gipfels drohte Präsident Trump mit einem 50 %-Zoll auf EU-Importe, sofern bis zum 9. Juli keine Einigung erzielt wird. China und die EU bereiten Gegenzölle vor: China plant 25 %-Zölle auf US-Sojabohnen, die EU erwägt 25 %-Zölle auf US-Whiskey und Sojabohnen, sollte der 50 %-Zoll in Kraft treten.
Bisher ist das Vereinigte Königreich das einzige Land, das seit dem Liberation Day ein Handelsabkommen unterzeichnet hat. Die amerikanische Notenbank kündigte am 18. Juni 2025 an, die aktuellen Zinssätze beizubehalten, was die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen widerspiegelt.

