Neues Arbeitsverbot gefährdet UNRWA-Hilfe im Gazastreifen
Das kürzlich verhängte Arbeitsverbot in Israel für das UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA stellt die Unterstützung der notleidenden Bevölkerung im Gazastreifen auf den Prüfstand. Trotz des Verbots setzt UNRWA ihre Arbeit fort, wie der Sprecher des UN-Generalsekretärs, Stéphane Dujarric, bestätigte.
Im besetzten Westjordanland und in Ost-Jerusalem bleiben weiterhin UNRWA-Kliniken geöffnet. Israel hatte gefordert, dass das Hilfswerk seine Arbeit einstellen sollte, weil einige Mitarbeiter angeblich in Terroraktivitäten verwickelt seien.
Diese Vorwürfe führten zu einem Arbeitsverbot und einem generellen Kontaktverbot für israelische Behörden mit der UNRWA. Angesichts der Kontrolle Israels über alle Zugänge zu den betroffenen Gebieten wird es für UNRWA eine Herausforderung, die notwendigen Hilfsgüter zu liefern.
Eine entscheidende Zeit wird erwartet, wenn die Vorräte der Organisation zur Neige gehen. Der UNRWA-Direktor Sam Rose erklärte, dass Israel möglicherweise erlauben könnte, bereits in Israel befindliche Lastwagenladungen umzuladen. Dies könnte jedoch gegen das bestehende Arbeitsverbot verstoßen.
Die diplomatische Lage ist angespannt, da UNRWA-Chef Philippe Lazzarini während einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats warnte, dass das Arbeitsverbot den Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas gefährden könnte. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen gibt es keinen aktuellen Ersatz für die UNRWA.
Andere Hilfsorganisationen sind auf ihre Ressourcen und ihr logistisches Netzwerk angewiesen. Eine langfristige Lösung ist nicht in Sicht. Der Wiederaufbau des Gazastreifens könnte laut dem US-Sonderbotschafter Steve Witkoff bis zu 15 Jahre dauern. Er hob hervor, dass die gesamte Infrastruktur massiv beschädigt sei, nicht zuletzt aufgrund der von der Hamas genutzten Tunnelnetzwerke.
Zudem machen nicht explodierte Sprengkörper und schwierige Sicherheitslagen den Wiederaufbau und das Überleben auf dem Territorium herausfordernd. Am Donnerstag endete der Besuch des Sonderbotschafters, während gleichzeitig eine Geiselaustauschaktion stattfand, bei der Israel palästinensische Häftlinge freiließ, was für weitere diplomatische Spannung sorgen könnte.

