Neuer Schwung in der Diskussion um kürzere Facharztwartezeiten
Die Bereitschaft der Patienten, ihre Flexibilität zu erweitern, um schneller einen Termin bei Fachärzten zu erhalten, nimmt merklich zu. Einer aktuellen Umfrage des Vergleichsportals Verivox zufolge zeigen sich fast ein Viertel der Versicherten bereit, Anfahrten von über 50 Kilometern auf sich zu nehmen.
Gar 20,3 Prozent wären gewillt, auf die freie Wahl ihres Arztes zu verzichten. Eine Priorisierung durch Zuzahlungen zieht immerhin 11,5 Prozent der Befragten in Betracht. Dennoch gibt es eine beachtliche Skepsis: Ganze 43,6 Prozent lehnen sämtliche vorgeschlagenen Maßnahmen zur Terminbeschleunigung ab.
Neben den gängigen Optionen steht auch der Gang in eine Notfallambulanz zur Diskussion, ebenso wie die Übernahme von Behandlungskosten durch die Patienten selbst. Die Umfrage, von Innofact mit 1.008 Teilnehmern zwischen 18 und 79 Jahren im Mai durchgeführt, zeigt so ein breit gefächertes Stimmungsbild.
Auf politischer Ebene plant Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) bereits konkrete Schritte. Ziel ist eine gezielte Steuerung der Patientenströme zur Reduzierung von Wartezeiten.
Der Koalitionsvertrag der regierenden Parteien CDU und SPD sieht ein System vor, in dem der Hausarzt im Zentrum der Terminvergabe steht und bei Bedarf an Fachärzte weiterverweist. Dieses Modell verspricht eine "Termingarantie" durch Fachärzte in Kliniken, sollte die Zuweisung über den Hausarzt nicht erfolgreich sein.

