Neuer Kurs beim Deutschen Mieterbund: Melanie Weber-Moritz übernimmt Präsidentschaft
Die rund 400 Delegierten des 71. Deutschen Mietertages in Rostock-Warnemünde haben eine wegweisende Entscheidung getroffen: Melanie Weber-Moritz, ehemalige Bundesdirektorin des Verbandes, übernimmt nun als hauptamtliche Präsidentin das Ruder des Deutschen Mieterbundes. Mit Spannung wurde die Nachfolge des in den Ruhestand tretenden Lukas Siebenkotten erwartet, der zuvor als das Gesicht und die Stimme der Organisation agierte. Der Deutsche Mieterbund, als Dachorganisation von 15 Landesverbänden und über 300 örtlichen Mietervereinen, vereint nach eigenen Angaben rund 1,25 Millionen Haushalte unter seinem Schutzschirm – eine bedeutende Interessenvertretung für etwa drei Millionen Mieter.
Weber-Moritz betonte, welch Ehre es sei, als erste Frau diese bedeutende Funktion auszuüben, und unterstrich ihren festen Willen, Mieten für alle erschwinglich zu gestalten – unabhängig von sozialen und wirtschaftlichen Diskrepanzen. Dies sei eine Herzensangelegenheit, denn "Wohnen ist ein Menschenrecht und kein Spekulationsgut", hob sie mit Nachdruck hervor. Ihre klare Botschaft signalisiert das Bestreben, den Immobilienmarkt aus seinem bisherigen Korsett zu befreien, um Gerechtigkeit und Gleichheit im Mietwesen durchzusetzen.
Der bisherige Präsident, Siebenkotten, hatte zum Abschied nochmals einen kritischen Blick auf die aktuelle Situation geworfen: Viele Mieterhaushalte müssen zwischen 30 und 40 Prozent ihres Einkommens für Miete aufbringen, und 3,1 Millionen Haushalte zahlen sogar mehr als 40 Prozent. In diesem Zusammenhang wurde die Verlängerung der Mietpreisbremse durch die Bundesregierung als ein willkommenes Mittel zur Eindämmung weiterer Ungleichgewichte gelobt. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Mietsteigerungen in Gebieten mit angespannten Wohnungsmarktsituationen zu limitieren, bleibt jedoch bei Neubauten und umfassend modernisierten Wohnungen nach wie vor nicht anwendbar.

