Neuer CLARITY Act-Entwurf: Experten sehen positive Signale für XRP

Ein bedeutendes US-amerikanisches Gesetzesvorhaben im Bereich Kryptowährungen rückt in den Fokus, wobei XRP im Mittelpunkt steht: Der Entwurf des CLARITY Act wurde am Montagabend veröffentlicht. Das Dokument umfasst 309 Seiten und erscheint vor einer wichtigen Senatsanhörung, die für Donnerstag angesetzt ist.
Das Gesetzesvorhaben wurde seit Januar verzögert, doch die Veröffentlichung des vollständigen Entwurfs hat bereits großes Interesse bei XRP-Analysten geweckt. Diese glauben, dass wichtige Teile des Dokuments die regulatorische Perspektive der Altcoin erheblich verbessern könnten.
„Rechtlich vorteilhaft“ für XRP
Laut dem Marktexperten Bull Winkle enthält der Entwurf mehrere Bestimmungen, die auf „signifikante positive Kategorien“ für XRP hinweisen. In einem Beitrag nach der Veröffentlichung erklärte Winkle, dass der Rahmen nicht nur aufregend sei, sondern auch in rechtlicher und struktureller Hinsicht ungewöhnlich vorteilhaft.
Er konzentrierte sich zunächst auf die frühen Seiten des Entwurfs, die eine neue regulatorische Kategorie für einen „Netzwerktoken“ schaffen. In seiner Interpretation definiert das Gesetz einen Netzwerktoken als digitalen Vermögenswert, der intrinsisch mit einem verteilten Ledger verbunden ist, wobei der Wert aus der Nutzung des Netzwerks und nicht aus den Gewinnen eines Unternehmens stammt.
Winkle argumentierte, dass dieses Modell auf XRP zutreffe, da der Wert der Altcoin, wie er es beschreibt, mit der Aktivität auf dem XRP Ledger (XRPL) verbunden sei – insbesondere Zahlungen, Abwicklungen und Nutzen – und nicht mit der Rentabilität von Ripple. Er betonte auch, dass das XRP Ledger unabhängig von der Existenz von Ripple weiterläuft und dass die Definition des „Netzwerktokens“ genau für einen solchen Vermögenswert geschrieben zu sein scheint.
Winkle wies auf ein besonders auffälliges rechtliches Detail im Entwurf hin. Er sagte, dass Abschnitt 105, der sich über die Seiten 110 bis 112 erstreckt, eine Sprache im Dezentralisierungstest enthält, die seiner Meinung nach erhebliche Auswirkungen hat.
Das beste regulatorische Rahmenwerk für Kryptowährungen?
Die von ihm hervorgehobene Klausel besagt, dass, wenn ein Gericht bereits entschieden hat, dass eine Transaktion vor Inkrafttreten des Gesetzes kein Wertpapier war, der Vermögenswert später nicht als Wertpapier neu klassifiziert werden kann. In Winkles Interpretation steht diese Sprache in direktem Zusammenhang mit den bereits festgestellten gerichtlichen Entscheidungen im Zusammenhang mit Ripple.
Er bezog sich auch auf den rechtlichen Kontext, der seiner Meinung nach am wichtigsten ist: das Urteil von Richterin Torres, dass XRP-Verkäufe auf dem Sekundärmarkt keine Wertpapiertransaktionen waren, was er als endgültig beschrieb.
Winkle charakterisierte dies als den wichtigsten rechtlichen Schutz, den XRP je erhalten hat, teilweise weil es eine klare Grenze dafür setzt, wie zukünftige Neuinterpretationen gehandhabt werden könnten.
Winkles Beitrag erwähnte auch Abschnitt 401, der sich über die Seiten 195 bis 204 erstreckt, und beschrieb ihn als eine Bestimmung, die Banken und Kreditgenossenschaften – sowie deren Tochtergesellschaften – ausdrücklich autorisiert, digitale Vermögenswerte für Zahlungen, Verwahrung, Clearing und Abwicklung zu verwenden.
Seiner Ansicht nach ist dies nicht nur eine allgemeine Erlaubnis, sondern eine Einstiegsmöglichkeit für den Bankensektor, mit denselben betrieblichen Fähigkeiten voranzukommen, die XRP-Befürworter mit der Zahlungsinfrastrukturarbeit in Verbindung gebracht haben.
Trotz seiner positiven Schlussfolgerung betonte Winkle, dass der CLARITY Act noch ein Senatsentwurf ist und noch nicht verabschiedet wurde. Das bedeutet, dass die von ihm hervorgehobenen Bestimmungen weiterhin Änderungen unterliegen, während die Gesetzgeber verhandeln und abstimmen.
Dennoch argumentierte er, dass das Dokument bereits das günstigste regulatorische Rahmenwerk für XRP enthält, das die US-Regierung bisher auf Papier gebracht hat.

