Neue Weichenstellung: Bahnchefin Evelyn Palla skizziert Zukunftsstrategie
Fahrgäste der Deutschen Bahn müssen sich 2024 weiterhin auf spürbare Verspätungen gefasst machen. Im Bereich des Fernverkehrs hat die neue Bahnchefin, Evelyn Palla, verkündet, dass mindestens 60 Prozent der Züge pünktlich verkehren sollen. Diese Prognose zeigt eine leichte Verbesserung gegenüber den vorherigen Monaten, in denen nahezu die Hälfte der ICE- und IC-Verbindungen verspätet waren. Doch für einen wirklich zuverlässigen Bahnverkehr reicht dieses Ziel momentan noch nicht aus. Palla schätzt, dass sich die Pünktlichkeit insbesondere im Fern- und Regionalverkehr im Jahr 2025 deutlich verschlechtern könnte. Ziel bleibt es, diesen negativen Trend zu stabilisieren. Nichtdestotrotz hält Palla am ambitionierten Ziel der Bundesregierung fest, bis Ende 2029 eine Pünktlichkeitsquote von mindestens 70 Prozent zu erreichen. Um die bestehende Schienenproblematik zu lösen, plant die Bahnchefin eine grundlegende Restrukturierung des staatseigenen Konzerns. Mehr Verantwortung wird auf die Regionen verteilt werden, indem lokale Manager zukünftig die Art der Umsetzung der Konzernziele vor Ort bestimmen. Palla plant, die Managementstrukturen in der Berliner Zentrale drastisch zu vereinfachen, indem sie die unterhalb des Konzernvorstands angesiedelten Führungspositionen um etwa die Hälfte reduziert. Diese strategische Neuausrichtung wurde kürzlich vom Aufsichtsrat abgesegnet. Zusätzlich werden die Vorstände der Tochtergesellschaften DB Regio und DB Fernverkehr verkleinert. Auch im Vorstand des Gesamtkonzerns sind bereits zwei Positionen reduziert worden.

