Neue Pipeline zwischen Irak und Oman: Ein strategisches Spiel für Iran?
Der Irak hat sich als ein bedeutender Akteur im globalen Ölexport etabliert und steht nun kurz davor, eine neue strategische Partnerschaft mit Oman zu etablieren. Diese könnte dem Iran eine neue Methode bieten, um die gegen ihn verhängten Sanktionen zu umgehen. Ali Nazar al-Satari, Geschäftsführer der staatlichen irakischen Ölhandelsorganisation SOMO, gab jüngst bekannt, dass Gespräche mit Oman’s OQ Trading über den Bau einer Öl-Pipeline zwischen den beiden Ländern im Gange sind.
Iran hat seit langem stolz seine Kunst zur Umgehung von Ölsanktionen zur Schau gestellt. Diese neue Pipeline-Initiative könnte ein wertvolles neues Mittel sein, das dem Iran ermöglicht, Abstand von den Verhandlungstischen zu halten, die ihre nuklearen Ambitionen eindämmen sollen. Die Umgehungsstrategie ist komplex: Iranisches Öl wird als nicht sanktioniertes irakisches Öl deklariert, häufig durch Ölquellen, die auf denselben Reservoirs beider Länder liegen, wie beispielsweise beim riesigen Majnoon-Feld in Irak. Von dort aus gelangt das Öl hauptsächlich nach China, wobei alle Spuren iranischer Herkunft getarnt werden.
Ein weiterer Vorteil dieser irakisch-omanischen Vision liegt in den ungehinderten Seewegen vom Golf von Oman, die es ermöglichen, Öl sowohl nach Osten nach China als auch nach Westen nach Afrika und Europa zu transportieren, ohne den viel überwachten Persischen Golf passieren zu müssen. Dieses Abkommen geht Hand in Hand mit langfristigen Plänen für eine 192-Kilometer lange Gaspipeline, die ebenfalls den Austausch von iranischem Gas über Oman erleichtern könnte. Diese Pipeline könnte die wirtschaftliche Expansion Irans durch den Export von Flüssigerdgas fördern.
Der Zeitpunkt dieser Vereinbarung ist aus Sicht Teherans gut gewählt, da die USA die Sanktionen gegen Bagdad jüngst verschärft haben. Der 'No Iranian Energy Act' hat das Ziel, die Iran-abhängige Energieversorgung des Irak zu sanktionieren, die traditionell etwa 40 Prozent des irakischen Energiebedarfs abdeckt. Auch China, als enger Handelspartner des Iran, sieht sich zunehmenden Sanktionsmaßnahmen der USA ausgesetzt, die unter anderem den Hafen von Zhoushan betreffen.

