Neue Lebensader: Wasseranbindung für den Gazastreifen nimmt Form an
Eine bedeutende Entwicklung zur Sicherstellung der Wasserversorgung im krisengeschüttelten Gazastreifen schreitet voran: Der Bau einer neuen Wasserleitung, die frisches Wasser von Ägypten direkt in das Küstengebiet liefern soll, hat begonnen. Die israelische Militärverwaltung Cogat bestätigte am Mittwochabend den Start der Bauarbeiten, die voraussichtlich mehrere Wochen in Anspruch nehmen werden. Die sieben Kilometer lange Leitung wird Wasser aus einer Entsalzungsanlage in Ägypten nach Gaza transportieren und ist Teil einer umfassenderen Initiative zur Unterstützung der notleidenden Bevölkerung.
Finanziert wird das Projekt von den Vereinigten Arabischen Emiraten, die damit einen entscheidenden Beitrag zur Linderung der kritischen Wassernot in der Region leisten. Die Leitung verbindet eine emiratische Entsalzungsanlage mit einem Zielgebiet zwischen Chan Junis und Rafah und soll etwa 600.000 Menschen mit 15 Liter entsalztem Wasser pro Tag und Person versorgen. Neben der Wasserleitung sind auch Bohrungen und die Reparatur von Brunnen sowie Abwasserkanälen in Planung, ein Engagement, das von der Nachrichtenagentur WAM hervorgehoben wird.
Bereits vor dem aktuellen Konflikt war die Lage hinsichtlich der Wasserversorgung im Gazastreifen drastisch. Nach Angaben der Vereinten Nationen waren 97 Prozent des vorhandenen Wassers ungenießbar. Durch den Konflikt haben sich die Bedingungen weiter verschlechtert: Ungefähr 90 Prozent der Wasser- und Sanitäranlagen wurden beschädigt oder zerstört, erklärt das UN-Nothilfebüro Ocha. Eine jüngste Erhebung ergab, dass nahezu alle Haushalte über erhebliche Probleme beim Zugang zu sauberem Wasser klagen.
Vor Ausbruch des Krieges gab es zahlreiche privat betriebene Entsalzungsanlagen im Gazastreifen, die den Hauptbedarf der Haushalte deckten. Die andauernden Kämpfe und der Mangel an Treibstoff führten jedoch zur weitgehenden Einstellung ihres Betriebs, was die Wasserversorgung noch weiter zum Erliegen brachte.

