Neue Impulse für den Meeresschutz: Die UN-Ozeankonferenz in Nizza setzt einen hoffnungsvollen Kurs
Die kürzlich beendete Ozeankonferenz der Vereinten Nationen in Nizza hat frischen Wind in den globalen Diskurs um den Schutz der Weltmeere gebracht. Trotz der bereits erzielten Fortschritte rufen Umweltorganisationen zum raschen Handeln auf, denn die gesteckten Ziele zum Meeresschutz bis 2030 sind noch nicht in greifbarer Nähe. Besonders hervorzuheben ist das Statement von OceanCare, die zwar von einem "ermutigenden Fortschritt" sprachen, aber gleichzeitig darauf hinwiesen, dass mehr getan werden müsse.
Auf der mehrtägigen Konferenz, bei der Vertreter von rund 170 Nationen anwesend waren, wurde intensiv über den Schutz der internationalen Gewässer debattiert. Ein Lichtblick ist das Hochseeschutzabkommen der Vereinten Nationen, das nun kurz vor der nötigen Ratifizierung durch 60 Länder steht. Mehr als ein Dutzend Staaten haben bereits zugestimmt, was die Erwartung weckt, dass das Ziel bald erreicht wird. Deutschland wird von Greenpeace aufgefordert, in dieser Hinsicht ebenfalls zügig voranzugehen.
Ein weiteres zentrales Thema war der Kampf gegen Plastikmüll, für den im August in Genf entscheidende Schritte erwartet werden. 95 Staaten einigten sich darauf, die Produktion von Primärkunststoffen zu begrenzen und verpflichtende Berichterstattung über diese zu etablieren. Der WWF sieht in diesem Zusammenschluss einen wichtigen ersten Schritt im Umgang mit der Plastikverschmutzung.
Darüber hinaus rückte der Tiefseebergbau in den Fokus der Diskussionen. Die potenzielle Bedrohung durch die Ausbeutung von Manganknollen in der Tiefsee wird von vielen Staaten mit Besorgnis betrachtet. Deutschland und eine Mehrheit von 36 Staaten plädieren für eine vorsorgliche Unterbrechung solcher Vorhaben. Diese Forderung wird durch die wachsenden Bestrebungen der USA, Tiefseebergbau in internationalen Gewässern zu betreiben, weiter befeuert. Ein solcher Schritt würde gegen das international anerkannte Erbe der Menschheit verstoßen.
Auch bei anderen wichtigen Themen erzielte die Konferenz Fortschritte. So planen Deutschland und Frankreich, Munition in der Ost- und Nordsee zu lokalisieren, während andere sich auf den Schutz der Meeresbewohner vor Lärmbelästigung konzentrieren. OceanCare mahnt jedoch, dass weitere Anstrengungen notwendig sind, um signifikante Fortschritte zu erzielen, insbesondere in der Verbesserung nachhaltiger Fischereimethoden.
Blickt man voraus, ist die nächste UN-Ozeankonferenz bereits für 2028 in Südkorea und Chile geplant. Mitveranstalter in diesem Jahr war Costa Rica, neben Frankreich. Es bleibt abzuwarten, inwieweit die vorgenommenen Vereinbarungen die erforderlichen Veränderungen herbeiführen werden, um die selbst gesetzten ehrgeizigen Ziele zu erreichen.

