Neue Hängepartie beim europäischen Luftkampfsystem FCAS

Die Entscheidung über das europäische Luftkampfsystem FCAS, das als größtes paneuropäisches Rüstungsprojekt geplant ist, wurde erneut auf unbestimmte Zeit verschoben. Ein Sprecher der Bundesregierung bestätigte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass die ursprünglich geplante Entscheidung zum Jahresende nicht zustande kam.
Hintergrund der Verzögerung ist eine umfangreiche bilaterale Agenda zwischen Deutschland und Frankreich in außen- und sicherheitspolitischen Fragen. Diese notwendige Abstimmung auf höchster politischer Ebene zwischen Präsident und Bundeskanzler habe bislang keine Ressourcen für eine Entscheidung über das gemeinsame Großprojekt gelassen, wie aus einer Stellungnahme hervorgeht, die auch durch das Verteidigungsportal "Hartpunkt" bekannt gemacht wurde.
Das FCAS-Projekt verspricht als "Future Combat Air System" umfassende technologisch fortschrittliche Möglichkeiten, darunter die Integration mit unbewaffneten sowie bewaffneten Drohnen. Ziel ist es, den Eurofighter ab 2040 abzulösen.
Trotz der ambitionierten Planungen bleibt unklar, wann ein Fortschritt zu erwarten ist, da die Schätzung der Gesamtkosten im dreistelligen Milliardenbereich liegt und die Einbindung von Spanien das Projekt weiter verkompliziert. Ein weiteres Hindernis in diesem komplexen Prozess sind die Differenzen über die Industrieanteile der beteiligten Unternehmen. Die Verhandlungen zwischen Dassault, Airbus und Indra sorgten bereits im Sommer für Verzögerungen, und trotz der auf Jahresende verlegten Entscheidung bleibt auch dieses Datum verfehlt. Welche Schritte als Nächstes unternommen werden, ist nach wie vor offen.

