Europäisches Luftkampfsystem FCAS hängt in der Warteschleife
Das ambitionierte europäische Luftkampfsystem FCAS, geplant als größtes Rüstungsprojekt Europas, sieht sich erneut mit Verzögerungen konfrontiert. Deutschland und Frankreich haben die Entscheidung auf unbestimmte Zeit vertagt. Ein Regierungssprecher bestätigte, dass die umfassenden außen- und sicherheitspolitischen Agenden der beiden Länder eine abschließende Entscheidung auf höchster Regierungsebene bisher verhinderten. Das Projekt, das gemeinsam mit Spanien gestaltet werden soll, bleibt somit in der Schwebe, ohne dass ein konkretes Datum für die Fortführung genannt werden kann.
Der Bau des FCAS, der als Ablöseplattform für den Eurofighter und die französische Rafale ab 2040 vorgesehen ist, verschlingt schätzungsweise einen dreistelligen Milliardenbetrag. Ziel ist es, ein integriertes System aus bemannten und unbemannten Flugzeugen zu schaffen. Die kürzliche Verschiebung des FCAS-Projekts ist nicht die erste ihrer Art; ursprünglich sollte eine Entscheidung bis Ende August vergangenen Jahres fallen, doch erneut verzögerten sich die Verhandlungen.
Derweil bestehen weiterhin Differenzen über die Beteiligung der beteiligten Unternehmen. Besonders Dassault aus Frankreich fordert einen erheblichen Anteil des Projekts, während Deutschland und Spanien auf gleichmäßigen Einbezug pochen. Als alternative Lösung wird derzeit eine zweigleise Fortführung der bestehenden Jets Rafale und Eurofighter diskutiert, was jedoch zu zusätzlichen Kosten führen könnte.
Die Option eines Wechsels Deutschlands zum Global Combat Air Programme der Briten, Italiener und Japaner steht ebenfalls im Raum, wobei ein Scheitern von FCAS schwerwiegende Auswirkungen auf die deutsch-französische Rüstungszusammenarbeit und die bilateralen Beziehungen insgesamt haben könnte. Wann und wie das Mega-Projekt FCAS fortgesetzt wird, bleibt vorerst unklar.

