Neue Art: der Rochen mit der Zorro-Maske
Forscherin beschreibt eine neue Rochenart: den Fidschi-Maskenrochen. Man findet ihn ausschließlich in den Gewässern der Fidschi-Inseln

29. Juli 2025, 11:05 Uhr · Quelle: LifePR
Die Entdeckung des Fidschi-Maskenrochens erweitert unser Wissen über die Artenvielfalt im Indopazifik. Mit seinen einzigartigen Merkmalen ist dieser endemische Rochen ein faszinierender Teil der marinen Biodiversität in Fidschi.

Neuss, 29.07.2025 (lifePR) - Maskenrochen sind im gesamten Indopazifik weit verbreitet, so auch in den Gewässern des Fidschi-Archipels. Bislang wusste man allerdings nicht, um welche der 16 anerkannten Maskenrochenarten es sich handelt. Jetzt ist klar: Es ist eine neue Art und es gibt sie nur im Fidschi-Archipel (endemische Art). Sie erhielt den Namen Fidschi-Maskenrochen mit dem Artnamen Neotrygon romeoi1.

Identifiziert hat sie die Meereswissenschaftlerin Dr. Kerstin Glaus, gemeinsam mit Taxonomen und Molekularbiologen des CSIRO-Forschungsinstituts in Tasmanien. Glaus war von Ende 2021 bis März 2025 Forschungsbeauftragte am Institute of Marine Resources (IMR) an der University of the South Pacific (USP) in Suva, der Hauptstadt von Fidschi. Sie untersuchte – unterstützt von der Deutschen Stiftung Meeresschutz2 und dem Pacific-European Union Marine Partnership Programm (PEUMP)3 – die Artenvielfalt und Häufigkeit der bei Fidschi lebenden Rochen.

Dabei setzte sie eine Kombination aus Feldforschung4 mit beköderten Unterwasserkameras, morphologischen Untersuchungen von auf Fischmärkten angebotenen Fängen und DNA-Analysen von aus Meerwasser gewonnenen genetischen Informationen (eDNA/Umwelt-DNA) ein. Durch zahlreiche Gespräche mit lokalen Fischern auf Fidschi gewann sie zudem Einblick in die Bedeutung der Rochen für die Ernährungssicherheit.

Verblüffende Anpassungen und Artenvielfalt bei Rochen

„Der Maskenrochen-Artenkomplex ist biogeografisch hochinteressant. Es ist, als hätten viele Inseln im Pazifik ihren eigenen Maskenrochen – abgesehen von den großen wie Papua-Neuguinea oder Australien, die haben gleich mehrere Arten“, erklärt Kerstin Glaus die komplexe und noch lange nicht restlos geklärte Maskenrochen-Systematik. Bislang gab es 16 gültige Arten, die zur Gattung Neotrygon gezählt werden. „Der Fidschi-Maskenrochen ist jetzt die gültige Nummer 17“.

Besserer Schutz für endemische Arten in Fidschi

Die Einstufung als neue und endemische Art kann direkte Auswirkungen auf den Schutzstatus der Tiere nach sich ziehen. Denn als endemische Art können sie jetzt im Fiji Endangered and Protected Species Act (EPS) aufgenommen werden.

Dieses Gesetz regelt Handel, Schutz und Management gefährdeter oder nur bei Fidschi vorkommender Arten. Damit will die Regierung die einzigartige Biodiversität des Insel-Archipels erhalten.

Außerdem will Kerstin Glaus gemeinsam mit dem PEUMP-Programm dem Fischereiministerium in Fidschi konkrete Managementvorschläge für Haie und Rochen vorschlagen. Darunter:

  • kein Befischen von Flüssen und Flussmündungen, mindestens während der Reproduktionsphasen von November bis April
  • kein Verkauf von Rochen und Haien auf Fischmärkten
  • Einrichtung und Vernetzung von Schutzzonen
Zum Hintergrund: der Rochen mit der Zorro-Maske

Fidschi-Maskenrochen erreichen Scheibendurchmesser von bis zu 40 cm. In Fidschi sind sie die am häufigsten gefischten Rochen. Innerhalb der Gattung Neotrygon zählen sie systematisch zwar zur Gruppe der Blaupunkt-Maskenrochen, haben allerdings kaum blaue Punkte.

Namensgebend und charakteristisch ist die gut erkennbare maskenartige dunkelbraune Zeichnung über den Augen. Jedoch sind bei keiner anderen Art die schwarzen Augenflecken hinter den eigentlichen Augen derart ausgeprägt wie beim Fidschi-Maskenrochen. Es ist, als trügen diese Rochen eine Zorro-Maske.

Zudem trägt nur der Fidschi-Maskenrochen eine Dornenreihe entlang der Rückenmitte – ein Merkmal, das bei keiner anderen Maskenrochenart bekannt ist.

Wie bei Maskenrochen üblich, sind sie lebend gebärend (vivipar). Ihre Vermehrungsrate ist dabei sehr niedrig. Kerstin Glaus schätzt, dass ein Weibchen maximal 4 Jungtiere zur Welt bringen kann.

Kontakt Dr. Kerstin Glaus:
[email protected]

1 Der lateinische Artbeiname ist dem verstorbenen Romeo Glaus, Vater von Dr. Kerstin Glaus, gewidmet, in Anerkennung seiner anhaltenden Inspiration, Unterstützung und seines tiefen Respekts vor der Natur.

2 Die Deutsche Stiftung Meeresschutz und Dr. Kerstin Glaus arbeiten seit vielen Jahren bei verschiedenen Projekten zur Artenvielfalt und Artenhäufigkeit von Haien und Rochen im Fidschi-Archipel zusammen. Im Fokus stehen dabei seltene und unbekannte Arten.

3 PEUMP: Pacific-European Union Marine Partnership Programme.

4 Die Feldforschung wurde unterstützt von Drawaqa Marine Conservation Trust, Crystal Blue Reef Safari, Barefoot Manta Island Resort, IHG Hotels and Resorts-InterContinental Fiji.

Energie & Umwelt / Biodiversität / Rochen / Fidschi / Artenvielfalt
[lifepr.de] · 29.07.2025 · 11:05 Uhr
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