Rock Hall nennt Jahrgang 2026

Phil Collins, Oasis, Iron Maiden und Wu-Tang Clan gehören zu den diesjährigen Aufgenommenen, die Ehrung steigt im November in Los Angeles.
Die Rock & Roll Hall of Fame hat ihren Jahrgang 2026 vorgestellt und die Bekanntgabe in einem aufmerksamkeitsstarken Rahmen platziert. Die neuen Mitglieder wurden live während einer thematisch passenden Ausgabe von «American Idol» auf ABC und Disney+ bekanntgegeben. Moderiert wurde die Verkündung von Ryan Seacrest und Hall-of-Fame-Mitglied Lionel Richie. Die eigentliche Induction Ceremony findet am 14. November 2026 im Peacock Theater in Los Angeles statt und soll im Dezember ebenfalls bei ABC und Disney+ ausgestrahlt werden.
In der Performer-Kategorie wurden Phil Collins, Billy Idol, Iron Maiden, Joy Division/New Order, Oasis, Sade, Luther Vandross und Wu-Tang Clan ausgewählt. Dazu kommen in den Sonderkategorien weitere prägende Namen der Musikgeschichte: Den Early Influence Award erhalten Celia Cruz, Fela Kuti, Queen Latifah, MC Lyte und Gram Parsons. Mit dem Musical Excellence Award werden Linda Creed, Arif Mardin, Jimmy Miller und Rick Rubin geehrt, während Ed Sullivan mit dem Ahmet Ertegun Award bedacht wird. Die Hall of Fame würdigt damit erneut nicht nur klassische Rockacts, sondern ein bewusst breit angelegtes Spektrum aus Soul, Hip-Hop, Pop, Post-Punk und Musikindustrie.
Auffällig ist, dass mit Phil Collins, Luther Vandross und Wu-Tang Clan auch mehrere Acts im ersten Anlauf aufgenommen werden. Für Collins ist es zugleich eine besondere Konstellation: Als Mitglied von Genesis gehört er bereits seit Jahren zur Hall of Fame, nun folgt die Ehrung für seine Solokarriere. Andere Namen wie Billy Idol, Iron Maiden, Joy Division/New Order, Oasis und Sade hatten zuvor bereits vergeblich auf eine Aufnahme gehofft. Die Hall-of-Fame-Regularien sehen vor, dass zwischen der ersten kommerziellen Veröffentlichung und einer Nominierung mindestens 25 Jahre liegen müssen.
Mit der Auswahl setzt die Hall of Fame einmal mehr auf eine Mischung aus kanonischen Größen und popkulturell breit wirksamen Namen. Gerade die Aufnahme von Wu-Tang Clan, Queen Latifah und MC Lyte unterstreicht, dass sich die Institution längst nicht mehr ausschließlich als klassischer Rocktempel versteht, sondern als übergreifendes Archiv einflussreicher populärer Musik. Gleichzeitig sorgen Bands wie Oasis, Iron Maiden oder Joy Division/New Order dafür, dass auch britische Rock- und Alternative-Geschichte prominent vertreten ist. Reuters sprach mit Blick auf den Jahrgang von einer besonders vielfältigen Klasse, die den kulturellen Einfluss der Geehrten über Genregrenzen hinweg betone.

