Nestlé in der Kritik: Rückruf von Babyprodukten sorgt für Spannungen
Die angesehene Verbraucherorganisation Foodwatch hat Nestlé scharf kritisiert, nachdem der Lebensmittelriese mehrere Säuglingsnahrungsprodukte zurückgerufen hatte. Die Kritik richtet sich vor allem darauf, dass der Konzern angeblich schon früher über Verunreinigungen mit dem Toxin Cereulid informiert war, das durch das Bakterium Bacillus cereus gebildet werden kann.
Nestlé wies diese Vorwürfe jedoch zurück und erklärte, der Einfluss des Toxins sei erst am 5. Januar bekannt geworden, infolge potenzieller Verunreinigungen in einer Zutat eines Lieferanten. Betroffen sind hierbei verschiedene Produkte der Marken "Beba" und "Alfamino", die sowohl in Pulver- als auch in Flüssigform in unterschiedlichen Verpackungen vertrieben werden.
Foodwatch behauptet, dass belastete Produkte aus deutschen Werken in 30 Länder exportiert wurden. Bereits Mitte Dezember sollen österreichische Behörden Cereulid in Proben aus Deutschland nachgewiesen haben, was durch das europäische Schnellwarnsystem RASFF belegt wird. Daraus schließen sie, dass Nestlé und die deutschen Behörden schon seit Wochen von den Belastungen wussten.
Der Konzern konterte, dass ein früherer, internationaler Rückruf nicht Deutschland betroffen hatte, da entsprechende Chargen nicht dorthin gelangten. Nestlé erklärte, dass die Verunreinigungen aus einer Zutat eines führenden Lieferanten stammen und der Rückruf in Deutschland rein vorsorglich erfolgte.
Nestlé versicherte, dass keine Krankheitsfälle im Zusammenhang mit den Rückrufen bestätigt wurden und kein akutes Risiko für Säuglinge besteht. Das Toxin Cereulid kann zwar unangenehme Symptome hervorrufen, jedoch sei für Eltern kein Grund zur Sorge gegeben, sollten keine Symptome bei ihrem Kind auftreten. Für Fragen stehe der Nestlé-Verbraucherservice bereit.

