Nemetschek überrascht mit starkem Quartalsergebnis trotz herausfordernder Märkte
Der Softwareanbieter Nemetschek, bekannt für seine spezialisierten Lösungen im Bausektor, hat im dritten Quartal beeindruckende Zahlen präsentiert. Das Ebitda stieg im Vergleich zum Vorjahr um etwa 25 Prozent auf 95,2 Millionen Euro und übertraf damit die Prognosen der Analysten. In einer Mitteilung äußerte sich CEO Yves Padrines zuversichtlich, die Unternehmensziele für 2025 wie geplant zu erreichen, trotz eines Rückgangs der Aktien um 2,25 Prozent auf 97,75 Euro. Seit dem Höchststand von 138,50 Euro im August hat die Aktie aufgrund von Bedenken hinsichtlich ihres Umsatzanteils aus langfristigen Verträgen deutlich an Wert verloren. Diese Verträge könnten in zukünftigen Perioden möglicherweise nicht wiederkehren.
Das wirtschaftliche Umfeld stellt Nemetschek vor Herausforderungen, insbesondere in der europäischen Designsparte, wo längere Entscheidungszyklen bei Vertragsabschlüssen zu verzeichnen sind. Positiv aufgenommen wurde jedoch das robuste Erlöswachstum in der Bausoftwaresparte, das weniger von Mehrjahresverträgen abhängig war. Analyst Toby Ogg von JPMorgan erwartet keine großen Anpassungen an den Markterwartungen, da Nemetschek die Jahresprognose bestätigt hat. Die strategische Umstellung auf Abonnements, die mit Drei-Jahres-Verträgen beschleunigt werden soll, zeigt erste Erfolge und verspricht eine stabilere Umsatzentwicklung.
Im dritten Quartal stieg der Umsatz um beachtliche 15,8 Prozent auf 293,1 Millionen Euro, wobei der Erlös bei konstanten Wechselkursen um 20 Prozent zugelegt hätte. Nahezu 84 Prozent des Umsatzes generiert das Unternehmen im Ausland, insbesondere in den USA. Auch die annualisierten wiederkehrenden Erlöse (ARR) stiegen um knapp 22 Prozent auf 1,08 Milliarden Euro, was den soliden Vertragsbestand unterstreicht. In der Mediensparte, zu der die Tochter Maxon gehört, blieb der Umsatz wechselkursbereinigt nahezu stabil, was die Sorgen um die Konkurrenz durch KI-Software schürt. Trotz dieser Herausforderungen steigerte Nemetschek seinen Nettogewinn um 41 Prozent auf 55,3 Millionen Euro.

