Navigieren in geopolitischen Stürmen und der grünen Transformation
Maritime Treibstoffe im Wandel

23. Oktober 2025, 11:13 Uhr · Quelle: Pressebox
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CEO Harro Booth, ElbOil Group im Interview anlässlich der ARACON 2025 in Rotterdam.
Harro Booth beleuchtet die Auswirkungen geopolitischer Spannungen auf den internationalen Bunkermarkt. Er erläutert, wie ElbOil Risiken managt und Nachhaltigkeit vorantreibt.

Hamburg, 23.10.2025 (PresseBox) - Harro Boothist Gründer und CEO der ElbOil Group – einem international agierenden Unternehmen für den Handel mit maritimen Energieträgern. Er wird am 23.–24. Oktober auf derARACON 2025 in Rotterdamsprechen.

Herr Booth, welche Auswirkungen hat die angespannte Weltlage auf den internationalen Bunkermarkt?

Die globalen Einflüsse führen natürlich auch in unserer Branche zu starken Reaktionen und Veränderungen. Der Krieg in der Ukraine, die Instabilität im Nahen Osten sowie die zunehmende wirtschaftliche Verlagerung Russlands in Richtung Asien beeinflussen die Preisbildung, die Verfügbarkeit von Kraftstoffen und die strategischen Routenplanung spürbar. Für uns als Händler bedeutet das: Wir müssen diese Entwicklungen permanent rechtlich, operativ und finanziell in Echtzeit bewerten. Das umfasst nicht nur geopolitisches Risikomanagement, sondern auch Transportversicherungen, Zahlungsrisiken und regulatorische Auflagen.

Wie begegnet ElbOil diesen Herausforderungen im Tagesgeschäft?

Wir haben in den vergangenen Jahren ein mehrdimensionales Risikomanagement etabliert, das heute integraler Bestandteil unserer Handelsstrategie ist. Es beginnt mit einer konsequenten Überprüfung unserer Geschäftspartner und Schiffe im Rahmen internationaler KYC- und Compliance-Anforderungen. Parallel dazu setzen wir auf moderne Technologien wie digitales Tracking und Marktanalyse-Tools. Unsere Handelsabteilungen arbeiten eng mit juristischen und finanziellen Experten zusammen, um Sanktionslisten, politische Entwicklungen und Marktrisiken frühzeitig zu erkennen und gezielt zu steuern. Diese Maßnahmen haben es uns erlaubt, auch in volatilen Zeiten ohne operative Unterbrechungen zu agieren, und unseren Kunden damit Verlässlichkeit und Kontinuität zu bieten.

Welche Rolle spielen alternative Kraftstoffe in diesen kritischen Zeiten?

Der regulatorische Druck auf den Umstieg ist zweifellos da, und der Handlungsbedarf auch. Die Schwierigkeit liegt jedoch in der operativen Umsetzung. Grüne Kraftstoffe wie HVO oder FAME sind aktuell nicht überall in ausreichender Menge verfügbar, was zu erheblichen Versorgungslücken führen kann. Gleichzeitig fehlt es vielerorts an geeigneter Infrastruktur zur Lagerung, Mischung und Versorgung dieser Produkte. Dazu kommt, dass viele Reedereien nicht abschließend beurteilen können, wie kompatibel ihre bestehenden Maschinen mit neuen Kraftstofftypen sind, auch weil die Emissionsberechnung bisher nicht einheitlich geregelt ist. Und die Umstellung ist nicht nur eine technische, sondern auch eine finanzielle Herausforderung. Grüne Kraftstoffe sind in der Regel teurer als konventionelle Produkte, das bremst den Wandel zusätzlich.

Wie positioniert sich ElbOil zum Thema Nachhaltigkeit?

Auch wir haben früh erkannt, dass Dekarbonisierung eine Zukunftsfrage wird. Bereits 2020 wurden wir als einer der ersten reinen B2B-Händler nach REDcert zertifiziert und handeln seither aktiv mit Biokraftstoffen. Parallel dazu engagieren wir uns in mehreren strategischen Projekten: Wir sind Partnerunternehmen bei XFuel, einem Unternehmen, das aus Abfällen fortschrittliche Biokraftstoffe herstellt. In Mosambik sind wir über Blue Forrest in eines der weltweit größten Mangroven-Aufforstungsprojekte als Investor engagiert. Das CO₂-Ausgleich auf industriellem Niveau ermöglicht. Darüber hinaus sind wir Teilhaber bei ESG NRG, einem Start-up, das Reedereien beim Management und der Pooling-Fähigkeit von EU-Emissionszertifikaten (EU ETS) unterstützt. All diese Initiativen verbinden unsere wirtschaftliche Strategie mit konkreter Klimawirkung.

Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) hat kürzlich die Entscheidung über den globalen Net-Zero-Rahmenplan um ein Jahr verschoben. Wie bewerten Sie diesen Schritt?

Die Entscheidung der IMO, ein weiteres Jahr zu vertagen, mag kurzfristig pragmatisch erscheinen, langfristig ist sie eine verpasste Chance, insbesondere für die Planung von Neubauten. Aktuell haben wir nur eine leicht steigende Anzahl neuer Schiffe auf emissionsärmere oder alternative Antriebskonzepte ausgelegt. Ohne klare internationale Leitlinien fehlt vielen Akteuren die Sicherheit, um strategisch zu investieren. Gleichzeitig ist der Aufschub auch ein Rückschritt bei der CO₂-Reduktion. Lokale Regulierungen wie das EU-ETS greifen bereits. Aber global bleibt die Branche im Schwebezustand. Was jetzt gebraucht wird, ist ein verbindlicher, global abgestimmter Fahrplan. Für mehr Investitionssicherheit und fairen Wettbewerb.

Neben Nachhaltigkeit spielt auch Technologie eine zentrale Rolle. Wie schafft es ElbOil, Digitalisierung sinnvoll zu integrieren?

Technologie ist für uns ein Werkzeug – aber niemals ein Ersatz für Erfahrung oder Beziehung. Seit 2017 betreiben wir mit 4seee unsere eigene digitale Plattform zur Preisprognose im Bunkermarkt. Das verschafft uns und unseren Kunden einen realen Vorteil in einem volatilen Marktumfeld. Aber wenn es um komplexe Reklamationen, kritische Verhandlungen oder Kundenentscheidungen geht, bleibt der Mensch entscheidend. Unsere Stärke liegt im Zusammenspiel von Daten und Intuition. Die richtige Balance macht unser erfolgreiches Trading aus.

Energie- / Umwelttechnik / Geopolitik / Bunkermarkt / Nachhaltigkeit
[pressebox.de] · 23.10.2025 · 11:13 Uhr
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