NATO-Zukunft: Pistorius plant transatlantische Neuausrichtung
Verteidigungsminister Boris Pistorius tritt mit einer visionären Idee auf den Plan: Gemeinsam mit den USA und anderen Verbündeten strebt er eine neue Aufgabenverteilung innerhalb der NATO in Europa an. Diese ambitionierte 'Roadmap' soll die Rolle Europas im sicherheitspolitischen Kontext stärken und befindet sich bereits in einem Grundsatzstadium der mündlichen Einigung, wie der SPD-Politiker auf der renommierten Münchner Sicherheitskonferenz bekannt gab.
Die Vereinigten Staaten fokussieren sich verstärkt auf den Indopazifik und den arktischen Raum, was eine logische Konsequenz ihrer geopolitischen Interessen darstellt. Daher liegt es nun an den Europäern, einen größeren Teil der militärischen Lastenverteilung in Europa zu übernehmen. Doch bei dieser Neuausrichtung darf es zu keinen gefährlichen Fähigkeitslücken kommen. Deutschland und seine europäischen Nachbarn müssen erhebliche Investitionen im Verteidigungssektor tätigen, um diesen Wandel erfolgreich zu gestalten.
Pistorius mahnt allerdings auch zur Realismus: Eine schnelle Kompensation der reduzierten US-Präsenz in Europa sei illusorisch und könne nicht innerhalb kurzer Zeitspanne erfolgen. Auch zur möglichen Teilnahme Deutschlands an einer Friedenstruppe in der Ukraine äußerte er sich zurückhaltend. Ohne die immense Unterstützung der USA seien die Europäer nicht in der Lage, eine wirksame Abschreckung in der Region sicherzustellen.

