Nato-Manöver "Steadfast Noon": Deutschland zeigt Flagge
Die Bundeswehr verstärkt in der kommenden Woche ihre Zusammenarbeit mit der Nato im Rahmen des alljährlichen Manövers "Steadfast Noon". Dabei werden mehrere deutsche Kampfflugzeuge, darunter drei speziell für den Einsatz von US-Atomwaffen ausgestattete Tornados und vier Eurofighter, ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Laut einem ranghohen Offizier des Nato-Hauptquartiers im belgischen Mons, stellen sich insgesamt rund 2.000 Soldaten aus 14 Nato-Staaten der Übung, die mit mehr als 70 Flugzeugen stattfindet.
Der Hauptstützpunkt dieses Jahr ist die niederländische Luftwaffenbasis Volkel, während weitere Aktivitäten in Belgien, Großbritannien und Dänemark geplant sind. Das Verteidigungsministerium in Berlin bestätigte die Teilnahme, hielt sich jedoch mit weiteren Details zurück. Im Zentrum der Übung steht der Schutz des Bündnisgebiets mit Nuklearwaffen als abschreckende Maßnahme.
Trotz diverser Drohnensichtungen in letzter Zeit gibt sich die Nato gelassen. Drohnen, so Oberst Daniel Bunch, stellen keine neue Bedrohung dar. Die Organisation sei gut darauf vorbereitet, mit unbemannten Flugkörpern umzugehen und ihre Missionen erfolgreich abzuschließen. Nato-Generalsekretär Mark Rutte erklärte in einer Videobotschaft, dass "Steadfast Noon" eine Routineübung darstelle und nicht als Antwort auf etwaige russische Provokationen zu verstehen sei. Dennoch signalisiere die Übung Moskau die Entschlossenheit der Nato, im Verteidigungsfall nicht vor dem Einsatz nuklearer Mittel zurückzuschrecken.
Die Teilnahme Deutschlands an der Übung erfolgt im Rahmen der sogenannten nuklearen Teilhabe der Nato, die es europäischen Partnerländern erlaubt, im Ernstfall auf US-Atomwaffen zurückzugreifen. Die Übungsszenarien, über die bisher keine detaillierten Informationen vorliegen, beinhalten unter anderem die logistische Bewegung und den Einsatz von Übungsbomben, die keinen echten Sprengkopf enthalten.
Von russischer Seite blieb eine Reaktion zunächst aus, nachdem Moskau im Vorjahr "Steadfast Noon" als eskalierend kritisiert hatte. Jim Stokes, Verantwortlicher für Nuklearpolitik in der Nato, wies Vorwürfe, das Manöver sei provokant, entschieden zurück. Er betonte, dass die Nato lediglich ihre Verteidigungsbereitschaft sicherstellt.

