Meinungsfreiheit

Nach Zwangspause: Jimmy Kimmels Late-Night-Talk kehrt zurück

23. September 2025, 08:57 Uhr · Quelle: dpa
Nach einer kurzen Zwangspause startet Jimmy Kimmels Sendung wieder. Die Debatte über seine Kommentare und den Druck auf Medien hält die Öffentlichkeit in Atem.

Washington (dpa) - Die Zwangspause war kürzer, als seine Fans befürchtet hatten: Der Late-Night-Talker Jimmy Kimmel kommt ins US-Fernsehen zurück. Weil sich der Moderator in einer Ausgabe Kommentare zum tödlichen Angriff auf den rechten Aktivisten Charlie Kirk erlaubt hatte, war seine Sendung in der vergangenen Woche auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt worden.

Disney: Einige Kommentare waren unangebracht

Die Walt Disney Company, die den TV-Sender ABC mit der Sendung «Jimmy Kimmel Live!» im Portfolio hat, teilte nun mit: An diesem Dienstag (Ortszeit, Mittwoch 5.35 Uhr MESZ) geht es weiter. 

Die Produktion der Show war demnach ausgesetzt worden, um eine angespannte Situation im Land nicht weiter anzuheizen. Man sei der Meinung, dass einige der Kommentare Kimmels unangebracht gewesen seien. Man habe die vergangenen Tage damit verbracht, intensive Gespräche mit ihm zu führen. Das habe nun zur Entscheidung geführt, die Show wieder aufzunehmen. Ob Kimmels Rückkehr an bestimmte Bedingungen geknüpft ist, blieb unklar.

Kimmel hatte vergangene Woche in seiner Sendung in Bezug auf den tödlichen Angriff auf Kirk gesagt, dass die «Gang» Make America Great Again - also die Bewegung, die hinter US-Präsident Donald Trump steht - verzweifelt versuche, den Tatverdächtigen in krassen Gegensatz zu ihnen zu stellen, und alles dafür tue, politisches Kapital daraus schlagen zu wollen. Trump und sein Umfeld machen die Rhetorik der «radikalen Linken» für das Attentat verantwortlich. 

Kirk war vor fast zwei Wochen erschossen worden. Am Wochenende gab es eine große Gedenkfeier für den Trump-Anhänger. Dem mutmaßlichen Mörder - einem 22-Jährigen - droht die Todesstrafe. Nach ersten Erkenntnissen handelte er allein. Über sein Motiv herrscht bislang keine abschließende Klarheit. Ermittler erklärten unter Berufung auf Angehörige und sichergestellte Textnachrichten, der junge Mann - der aus einem konservativen Elternhaus stammen soll - habe zuletzt eine linke politische Haltung eingenommen.

Trump hatte Kimmels Absetzung gefeiert

Die Absetzung der Late-Night-Show hatte in den USA eine Debatte über Meinungs- und Pressefreiheit befeuert. Kritiker befürchteten, dass diese Stück für Stück von der Regierung eingeschränkt werden und Kimmel ein weiteres Beispiel dafür sei. Es war unklar gewesen, ob die Sendung überhaupt noch weitergeführt wird.

Trump hatte die Absetzung der Sendung auf der Plattform Truth Social als «gute Nachrichten für Amerika» gefeiert und Kimmel das Talent abgesprochen. Der Moderator nimmt - wie andere Late-Talker auch - in pointierter Weise regelmäßig die Politik des US-Präsidenten auseinander. Trump hatte weitere Sender aufgefordert, ebenso Talks aus dem Programm zu nehmen. In Deutschland ist das undenkbar, dass sich ein Bundeskanzler mit solch massiven Ansagen in die Personalpolitik eines TV-Senders einmischt. Außerdem hatte Trump einigen Sendern erneut Voreingenommenheit vorgeworfen und ihre Sende-Lizenzen infrage gestellt. 

Auf die Rückkehr der Kimmel-Show reagierte der Präsident am Montag zunächst nicht. Auf eine entsprechende Frage einer Journalistin, die sie ihm beim Verlassen eines Pressetermins noch hinterherrief, ging er nicht ein. 

Was lokale TV-Sender mit der Kimmel-Show zu tun hatten

Die Debatte um die Late-Night-Show war auch von Druck aus Richtung von Unternehmen mit lokalen TV-Sendern, die ABC-Inhalte und damit auch die Kimmel-Show übernehmen, begleitet.

Das Medienunternehmen Nexstar, das mit Dutzenden Lokalsendern Inhalte von ABC ausstrahlt, hatte erklärt, Kimmels Show nicht länger senden zu wollen. Sinclair - ein weiterer Betreiber von Lokalsendern - zog nach.

Medienaufsichtsbehörde in der Kritik

Brendan Carr, Chef der Medienaufsichtsbehörde Federal Communications Commission (FCC), die unter anderem Sendelizenzen für Hörfunk und Fernsehen in den USA vergibt, sagte noch vor der Disney-Entscheidung einer Rückkehr Kimmels, dass Veranstalter für bundesweites Programm immer mehr Kontrolle und Druck auf die lokalen Fernsehsender ausgeübt hätten. Diese trauten sich nicht, gegen die nationalen Programmveranstalter vorzugehen, wenn sie der Meinung seien, dass bestimmte Programminhalte für die lokalen Gebiete nicht sinnvoll seien. Erstmals seit langem seien Sender nun aufgestanden, betonte Karr mit Blick auf den Fall Kimmel. Nach der Absetzung hatte er sich bei Nexstar bedankt - «dafür, dass sie die richtige Sache gemacht haben».

Kritiker warfen dem von Trump ausgewählten FCC-Vorsitzenden vor, selbst Druck auf die betroffenen Medienunternehmen ausgeübt und damit die Aussetzung der Fernsehshow bewirkt zu haben. Carr weist das zurück.

Brisant ist nach Einschätzung von Beobachtern, dass Nexstar derzeit weitere Lokalsender übernehmen will und dafür die Zustimmung der Aufsichtsbehörde benötigt.

Rückkehr auch im lokalen Fernsehen?

Ob die Kimmel-Show auch in die lokalen TV-Sender zurückkehrt, ist noch unklar. Von der US-Mediengruppe Sinclar, die lokale TV-Stationen im Portfolio hat, hieß es auf der Plattform X, dass man am Dienstagabend auf dem Sendeplatz Kimmels ein Nachrichtenprogramm zeige. Man sei zugleich in Gesprächen mit ABC zu einer möglichen Rückkehr der Sendung.

Regierung / Medien / Fernsehen / Leute / USA
23.09.2025 · 08:57 Uhr
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