Nach US-Angriffen im Iran: Experten erkennen keine globale Gefahr
Nach jüngsten US-Angriffen im Iran geben Experten beruhigende Einschätzungen ab. Laut Professor Georg Steinhauser von der Technischen Universität Wien besteht keine weltweite Bedrohung durch die beschädigten Atomanlagen. Selbst im Fall laufender und mit Uran bestückter Zentrifugen wäre das freigesetzte Material begrenzt und aufgrund der langen Halbwertzeit des Urans kaum radioaktiv.
Im Hinblick auf die Anlage in Fordo betonte Steinhauser, dass eine Uranfreisetzung lediglich lokal gesundheitsschädlich wirke, jedoch keine immense radioaktive Wolke, wie einst in Tschernobyl oder Fukushima, verursachen könne. Diese historischen Ereignisse, berüchtigt für ihre globalen Auswirkungen, dienen als Schreckensbeispiele der Nuklearkatastrophen.
Unterstützend vermeldete die Internationale Atomenergieagentur (IAEA) keinerlei erhöhte radioaktive Werte infolge der Angriffe. Im Hinblick auf die Zukunft des iranischen Atomprogramms äußerte Steinhauser Zweifel an der schnellen Wiederherstellung der bearbeiteten Infrastruktur. Der Wiederaufbau könnte Jahre, wenn nicht Jahrzehnte in Anspruch nehmen, nachdem auch Produktionsstätten für Zentrifugen getroffen wurden.
Spekulative Überlegungen zur Entwicklung einer improvisierten Atombombe im Iran wurden ebenfalls thematisiert. Technische Hürden und unzureichend angereichertes Uran machen die Realisierung einer solch schweren und unhandlichen Bombe unwahrscheinlich. Zumal die entsprechenden Trägersysteme nicht darauf ausgelegt sind. Ein ernsthafter Plan würde hochwertiges Material voraussetzen, verdeutlichte Steinhauser, indem er den Vergleich eines Rennwagens mit Traktortechnologie heranzog. Besonders die Abwesenheit ausreichend kreativer Wissenschaftler stellt ein zusätzliches Hindernis dar.

