Mutmaßlicher Chef der ETA in Frankreich gefasst

28. Februar 2010, 21:43 Uhr · Quelle: dpa
Madrid/Paris (dpa) - Der mutmaßliche Anführer der baskischen Terror-Organisation ETA, Ibon Gogeascoetxea, ist in Frankreich festgenommen worden.

Der 44-Jährige wurde in einer Gemeinschaftsaktion der französischen und der spanischen Polizei zusammen mit zwei Komplizen in einem Landhaus in der Normandie gestellt. Er steht nach Angaben der spanischen Ermittler im Verdacht, als Chef der militärischen Abteilung der ETA das Kommando über die Terror-Zellen der Separatistenorganisation geführt zu haben.

In dieser Position sei er vermutlich auch der oberste Chef der ETA gewesen, sagte der spanische Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba am Sonntag in Madrid. «Wer die Pistolen hat, gibt in der Organisation auch das Kommando an.» Die Sicherheitskräfte stellten bei der Festnahme des Trios nach Angaben des Ministers mehrere Pistolen, Sprengstoff und gefälschte Papiere sicher. Vermutlich hätten die drei Männer eine Terrorzelle gebildet, die darauf vorbereitet gewesen sei, über die Grenze nach Spanien zu fahren und dort Anschläge zu verüben.

Gogeascoetxea soll nach Informationen spanischer Polizeiexperten im April 2009 das Kommando über die ETA übernommen haben, nachdem der mutmaßliche Vorgänger Jurdan Martitegi verhaftet worden war. Seine Festnahme bedeute, dass die ETA sich bereits zum fünften Mal in weniger als zwei Jahren einen neuen Anführer suchen müsse, hieß es in Madrider Polizeikreisen.

Der 44-Jährige steht im Verdacht, im Jahr 1997 an einem gescheiterten Attentat auf den spanischen König Juan Carlos beteiligt gewesen zu sein. Damals hatten ETA-Terroristen am Guggenheim-Museum in Bilbao mehrere Granaten in einem Pflanzenbehälter verstecken wollen. Zur feierlichen Eröffnung der Pinakothek war auch der König erwartet worden. Die Terroristen wurden jedoch von einer Polizeistreife erwischt. Auf der Flucht erschossen sie einen Beamten.

Der mutmaßliche ETA-Chef steht auch im Verdacht, im Sommer 2009 die Serie von Bombenanschlägen auf der spanischen Ferieninsel Mallorca angeordnet haben. Damals waren zwei Polizisten bei einem Bombenanschlag getötet wurden. Zudem zündeten die Terroristen vier Sprengsätze in zwei Restaurants, einer Bar und einem Einkaufszentrum, und versetzten damit die Urlauber auf der Insel in Angst und Schrecken. Touristen kamen bei den Anschlägen nicht zu Schaden.

Die ETA kämpft für einen unabhängigen baskischen Staat. Bei Anschlägen der Organisation sind seit 1968 mehr als 800 Menschen getötet worden. Durch eine Serie von Festnahmen wurde die ETA in letzter Zeit erheblich geschwächt. Sie versuchte zuletzt sogar, auf portugiesischem Gebiet Unterschlupf zu finden. In der Stadt Óbidos nördlich von Lissabon hob die Polizei eine Operationszentrale der ETA aus, in der die Organisation auch Bomben herstellen wollte.

Terrorismus / ETA / Spanien / Frankreich
28.02.2010 · 21:43 Uhr
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