Münchner Sicherheitskonferenz: Politik mit der Abrissbirne auf dem Prüfstand
Vor der bevorstehenden Münchner Sicherheitskonferenz zeichnen Experten ein alarmierendes Bild: Ein neuer Sicherheitsreport warnt vor der aufstrebenden "Politik mit der Abrissbirne" in westlichen Gesellschaften. Diese Bewegung, die vor allem auf Umsturz statt auf Reform setzt, werde, so der Bericht, immer dynamischer. Besonders in der neuen US-Regierung unter Präsident Donald Trump sieht der Report prominente Vertreter dieser politisch destruktiven Richtung. Destabilisierte Wirtschaftslagen führen in vielen Ländern zu wachsender Unzufriedenheit und einem Misstrauen gegenüber demokratischen Institutionen. Regierungen werden zunehmend als Hüter eines erstarrten politischen Systems wahrgenommen, das auf die Bedürfnisse der Bevölkerungen nicht adäquat reagiert.
Deutliche Unterschiede in der Einschätzung der Zukunftsperspektiven werden durch eine internationale Umfrage illustriert: Während in China 80 Prozent auf Verbesserungen hoffen, sind es in Deutschland nur 13 Prozent. Gleichzeitig sehen sich europäische Länder mit Unsicherheiten im Hinblick auf die schwindende Unterstützung der USA für die Ukraine und den strategischen Vorstößen Russlands konfrontiert. In seinem Vorwort zum Report betont der Vorsitzende Wolfgang Ischinger die Herausforderungen, die das transatlantische Bündnis und die globale Resilienz betreffen.
Im Hinblick auf die Politik von Donald Trump zeigen Umfragen weltweit erstaunlich schlechte Zustimmungswerte. Selbst in den USA finden nur eine Minderheit seine Politik nützlich – sowohl national als auch international. Gegnerische Einstellungen überwiegen in kanadischen, deutschen und französischen Bevölkerungsgruppen. Hingegen erleben Länder wie Brasilien, Indien und China, trotz Handelszölle, eine unverhoffte Unterstützung.
Den Blick über die USA hinaus richtend, sorgt sich Deutschland verstärkt über Cyberangriffe, zunehmende soziale Ungleichheit und Bedrohungen durch Terrorismus. Hinzu kommen Ängste vor organisierter Kriminalität und Migration aufgrund globaler Krisen. Überraschenderweise hat die Besorgnis über den Klimawandel im Vergleich zu früheren Jahren an Priorität verloren. Zwei Drittel der Deutschen hinterfragen zudem die Verlässlichkeit der USA als NATO-Partner seit Trumps Amtsantritt.
Diese Skepsis teilt man in weiteren europäischen Ländern und Kanada, so die Erkenntnisse aus dem Report, der die Umfrageergebnisse aus dem November 2025 berücksichtigt. Für die kommende Konferenz vom 13. bis 15. Februar haben sich bereits zahlreiche hochrangige Staatsoberhäupter und Minister angekündigt, um die drängenden sicherheitspolitischen Fragen unserer Zeit im Hotel Bayerischer Hof zu diskutieren. Darunter finden sich prominente Persönlichkeiten wie US-Außenminister Marco Rubio und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Ebenfalls wird der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz erstmals teilnehmen, um die Sicherheitsagenda Deutschlands zu präsentieren.

