Erpresserin kassiert Millionen

Mönche im Kreuzfeuer: Sex-Skandal erschüttert Thailand

18. Juli 2025, 09:16 Uhr · Quelle: dpa
Mönche in Thailand
Foto: Peerapon Boonyakiat/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa
Mönche werden von der größtenteils buddhistischen Bevölkerung Thailands tief verehrt und gelten als moralische Vorbilder. (Archivbild)
Achtzigtausend kompromittierende Fotos und Videos erschüttern die Glaubwürdigkeit thailändischer Mönche. Die Auswirkungen sind tiefgreifend.

Bangkok (dpa) - Ein Skandal um buddhistische Mönche hat in Thailand Schockwellen ausgelöst: Eine Frau soll hochrangige Geistliche, die traditionell zu absoluter Keuschheit verpflichtet sind, zum Sex verleitet und anschließend mit unzweideutigem Bildmaterial erpresst haben. Die Rede ist von 80.000 Fotos und Videos - und jeder Menge Tempelgeldern, die auf ihr Konto flossen. 

Die mutmaßliche Erpresserin, eine 35-Jährige mit dem Spitznamen «Sika Golf» wurde bereits festgenommen. Mehrere Geistliche mussten im Zuge der Ermittlungen ihre Roben abgeben, andere flohen außer Landes. Die Zeitung «Bangkok Post» sprach vom «größten Sex-Skandal aller Zeiten», der den Klerus und das Land bis ins Mark erschüttere. 

Moralische Autoritäten

Um das Entsetzen zu verstehen, muss man wissen, dass Mönche in Thailand als wichtige moralische Autoritäten und spirituelle Führer verehrt werden. Ein Großteil der Bevölkerung, die den Theravada-Buddhismus praktiziert (die älteste und ursprünglichste Form des Buddhismus), begegnet ihnen mit tiefstem Respekt. Kommt ein Mönch des Weges, halten viele Thais an und lassen sich von ihm an Ort und Stelle segnen. Auch schicken Eltern ihre Söhne oft für eine gewisse Zeit ins Kloster, damit sie dort leben und lernen. 

Obwohl Thailands Mönche sich eigentlich einem Leben in Armut und Enthaltsamkeit verschrieben haben, profitieren viele von hohen Tempelspenden der Gläubigen, sowohl in Form von Geldern als auch von Geschenken. Aber ihr fast unantastbarer Status bröckelt, und zwar gewaltig. 

Skandale um Luxus-Mönche

Immer wieder kamen in den vergangenen Jahren Skandale um sogenannte Luxus-Mönche ans Licht, die entgegen aller Regeln in Saus und Braus lebten. Es ging um Veruntreuung, Drogenmissbrauch und ja, auch immer wieder um Geliebte. Vor einigen Jahren sorgten Bilder von Mönchen mit teuren Sonnenbrillen in einem Privatjet für Aufregung.

Aber wohl noch nie hat im Königreich ein Skandal um die Hüter der buddhistischen Lehre für so viel Furore sorgt, wie der jüngste. «Und das ist erst der Anfang», warnten thailändische Medien.

«Was diesen Skandal so besonders und schockierend macht, ist die schiere Anzahl der beteiligten hochrangigen Mönche», schrieb die «Bangkok Post» in einem flammenden Kommentar. Ohne die kompromittierenden Bilder, Videos und Chats, die auf mehreren Smartphones der Frau gefunden wurden, «würden sie wahrscheinlich immer noch auf ihren Thronen sitzen und die Öffentlichkeit ungestraft betrügen».

So soll ein 67-jähriger Abt vom Bankkonto des Tempels Wat Chujit Dhammaram in der Provinz Ayutthaya 380.000 Baht (etwa 10.000 Euro) an die Frau überwiesen haben. Von einem privaten Konto soll noch weit mehr Geld geflossen sein. Der Geistliche hat den Orden mittlerweile verlassen. Einem anderen soll «Sika Golf» erzählt haben, dass sie ein Kind von ihm erwarte. Sie forderte umgerechnet knapp 800 Euro Unterhaltszahlung pro Monat - 20 Jahre lang. Der bis dahin hochverehrte Mönch legte seine safranfarbene Robe ab und setzte sich ins Nachbarland Laos ab.

Millionen in Online-Casinos verspielt

In den vergangenen drei Jahren erhielt die Erpresserin den Behörden zufolge stolze 385 Millionen Baht - das sind mehr als zehn Millionen Euro. Das meiste davon soll aus Tempelkassen stammen. Genug Geld eigentlich, um sich ein Leben in absolutem Luxus zu leisten. Laut Prasong Chalermpan, Leiter der Antikorruptionsabteilung der Polizei, hat sie aber fast die gesamte Summe in Online-Kasinos verspielt. Auf ihrem Konto seien nur noch umgerechnet 210 Euro übrig, hieß es.

Sicher, die Festgenommene steht im Zentrum des Skandals. Ihr Leben und ihre kriminellen Machenschaften werden von den Ermittlern gerade mikroskopisch untersucht. Aber die ganze Wut und Enttäuschung in der Gesellschaft richtet sich gegen die Mönche. 

«Sie predigen. Sie verurteilen andere. Sie demonstrieren moralische Überlegenheit. Doch sie tun genau das Gegenteil», wetterte die «Bangkok Post». Stattdessen sollten sich die Geistlichen fragen, warum sie ins Kloster gegangen sind: «War es für spirituelles Training oder um die soziale Leiter zu erklimmen und durch die safranfarbene Robe Reichtum und Macht zu erlangen?»

König schaltet sich ein

Landesweit gibt es mehr als 40.000 buddhistische Tempel. Ranghohe Mönche erhalten von der Regierung ein monatliches Gehalt, Nittayaphat genannt. Die Summe richtet sich nach dem Dienstalter und dem Rang im Kloster und liegt zwischen etwa 65 und 900 Euro. Die tief gläubigen Thais spenden aber zusätzlich jährlich Milliarden Euro an die Tempel. Was damit geschieht, ist wegen ziemlich mangelhafter Buchführung kaum nachzuvollziehen.

In den Skandal hat sich mittlerweile auch König Maha Vajiralongkorn eingeschaltet. Anlässlich seines Geburtstags am 28. Juli werde er dieses Mal keine neuen monastischen Titel verleihen, teilte er mit. Auch werde er insgesamt 81 monastische Titel, die bereits an Geistliche verliehen wurden, widerrufen.

Ob die betroffenen Mönche direkt in den Fall verwickelt sind, war zunächst unklar. Der König sprach von Straftaten, «die schwere Verstöße gegen die klösterliche Disziplin darstellen» und betonte: «Ihre Handlungen haben in der buddhistischen Gemeinschaft weit verbreitete Bestürzung und seelische Belastung ausgelöst». 

Regierung kündigt Maßnahmen an

Auch die Regierung hat Maßnahmen angekündigt. Regierungssprecher Jirayu Houngsub erklärte, dass die bestehenden Gesetze, insbesondere was die Transparenz von Tempelfinanzen betrifft, überprüft und verschärft werden sollen, um das Vertrauen in den Buddhismus wiederherzustellen. «Wir werden Mönche im ganzen Land überprüfen», sagte er. Er sei überzeugt, dass die Untersuchungen einen Welleneffekt auslösen und letztlich zu dringend nötigen Veränderungen führen werden.

Kriminalität / Justiz / Religion / Thailand
18.07.2025 · 09:16 Uhr
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