Milliarden-Investition für grünen Stahl: Ein strategisches Bekenntnis gefordert
Im Kontext der drängenden Energiewende nimmt die Debatte um die Zukunft der deutschen Stahlindustrie Fahrt auf. Anke Rehlinger, Ministerpräsidentin des Saarlandes, hat die Bundesregierung explizit zur Klarstellung ihrer Strategie in Bezug auf den Umstieg zur Produktion von grünem Stahl aufgefordert.
Im Deutschlandfunk betonte die SPD-Politikerin die Dringlichkeit eines raschen Handelns und skizzierte zugleich die Notwendigkeit klarer Rahmenbedingungen. Ein zentraler Aspekt dieser Transformation ist der Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur und die Entwicklung einer zukunftsweisenden Kraftwerksstrategie.
Rehlinger unterstrich die Wichtigkeit eines koordinierten Vorgehens seitens der Bundespolitik, insbesondere von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), die ihren Fahrplan für die Stahlindustrie konkretisieren solle. Vor diesem Hintergrund erneuerte sie die Forderung nach einem nationalen Stahlgipfel, um die Branchenakteure an einem Tisch zu vereinen und gemeinsame Maßnahmen zu besprechen.
Die Entscheidung von ArcelorMittal, sich zunächst vom grünen Stahl abzuwenden, kommentierte Rehlinger mit Verständnis, da der Konzern weltweit aufgestellt sei. Anders gestalte sich die Lage der saarländischen Stahlindustrie, die auf die Sicherung des Produktionsstandortes in Deutschland angewiesen sei.
Ein umweltfreundlicher Umbauplan mit einem Volumen von 3,5 Milliarden Euro, davon 2,6 Milliarden Euro aus Bundesmitteln, verdeutlicht die Bedeutung dieser Schlüsselindustrie im Saarland. Dabei sind nicht nur rund 12.000 direkte Arbeitsplätze bei Stahlherstellern gefährdet, sondern auch etliche in der Zulieferkette.

