Midsummer Studios schließt nur ein Jahr nach Gründung
Midsummer Studios wird geschlossen. Das gab Mitgründer und Creative Director Jake Solomon bekannt. Das Studio war erst im Mai 2024 gegründet worden und bestand aus erfahrenen Entwicklern, die zuvor an bekannten Reihen wie Sid Meier’s Civilization, XCOM und Die Sims gearbeitet hatten.
Damit endet das Projekt früher als erwartet. Konkrete Gründe für die Schließung wurden nicht im Detail genannt. Solomon betonte jedoch, dass er stolz auf das Erreichte sei. Man habe ein Studio aufgebaut und ein Spiel entwickelt, in das das Team viel Herzblut investiert habe.
Burbank sollte Lebenssimulation neu denken
Im Mittelpunkt der Arbeit von Midsummer Studios stand ein Spiel mit dem Titel Burbank. Das Projekt befand sich noch in Entwicklung und wurde als Mischung aus Lebenssimulation und dem Konzept von The Truman Show beschrieben. Laut Solomon sei diese Beschreibung allerdings nur ein Teil dessen, was das Spiel ausmachen sollte.
Die Grundidee hinter Burbank war ambitioniert. Spieler sollten nicht nur Figuren steuern, sondern aktiv Geschichten erschaffen. Solomon erklärte, dass jeder Mensch ein Geschichtenerzähler sei. Burbank sollte eine Plattform bieten, auf der Spieler ihre eigenen Charaktere und Narrative frei entwickeln können.
Besonders hob er hervor, dass die Figuren im Spiel auf eine Weise zum Leben erwacht seien, wie er es in seiner langjährigen Karriere noch nicht erlebt habe. Für einen Entwickler mit Erfahrung an großen Strategie und Simulationsmarken sei das ein außergewöhnlicher Moment gewesen.
Ein weiteres Beispiel für die Unsicherheit der Branche
Die Schließung von Midsummer Studios reiht sich in eine Serie von Studioauflösungen ein, die die Spielebranche in den vergangenen Jahren geprägt haben. Selbst Teams mit erfahrenen Führungskräften und bekannten Namen sind nicht vor wirtschaftlichen Risiken geschützt. Schließlich wurde erst gestern die Schließung von Bluepoint Games bekannt gegeben.
Der Aufbau eines neuen Studios ist mit hohen Kosten verbunden. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an Innovation, Technik und Marktpräsenz. Ohne starken Publisher oder langfristige Finanzierung im Hintergrund geraten selbst vielversprechende Projekte schnell unter Druck.
Was mit Burbank geschieht, ist derzeit unklar. Solomon gewährte zwar einen Einblick in das Konzept, doch ob das Spiel in anderer Form weitergeführt wird, bleibt offen.
Für viele Beobachter ist die Schließung ein weiterer Beleg dafür, wie schwierig es geworden ist, neue kreative Studios nachhaltig zu etablieren. Talent und Erfahrung allein reichen nicht immer aus, um sich in einem zunehmend kompetitiven Markt zu behaupten.


