Meyer Werft: Neuer Kurs ohne Eile – Stabilität vor Verkaufsüberlegungen
Die niedersächsische Landesregierung sieht derzeit keinen Bedarf, die Eigentümerstruktur der geretteten Meyer Werft zu verändern. Ministerpräsident Olaf Lies betonte, dass die Werft aktuell gut aufgestellt sei und die Stabilität des Unternehmens Vorrang habe. Trotz einer andauernden Sanierungsphase ist die Beschäftigung dort langfristig gesichert, was aktuell keinen Anlass für Eigentümerveränderungen bietet.
Ein bedeutender Meilenstein für die Meyer Werft ist der jüngst verkündete Großauftrag mit der Reederei MSC Cruises. Bis 2033 sollen vier Kreuzfahrtschiffe gebaut werden, mit einer Option auf zwei weitere bis 2035. Dieser Auftrag, im Wert von bis zu zehn Milliarden Euro, bietet der Werft eine seltene Planungssicherheit in einem wirtschaftlich instabilen Umfeld. Laut Olaf Lies ermöglicht dieser Auftrag den Mitarbeitenden erstmals seit Jahren eine Perspektive für die Zukunft.
Ein erfolgreiches Zusammenarbeit zwischen Werftleitung, Belegschaft, Betriebsrat und IG Metall, unterstützt durch den Bund und das Land, hat zur Stabilisierung der Meyer Werft ohne betriebsbedingte Kündigungen geführt. Die hohe Qualität des Schiffbaus wurde durch den Auftrag von MSC Cruises unterstrichen.
Inmitten dieser positiven Entwicklungen gibt es Berichte über interne Spannungen zwischen der Eigentümerfamilie Meyer, die noch 20 Prozent der Anteile hält, und dem Management. Christian Wulff, ehemaliger Bundespräsident und Ministerpräsident Niedersachsens, soll hierbei als Mediator unterstützen. Vor einem Jahr hatten Bund und Land jeweils 40 Prozent der Anteile der Werft erworben und damit erheblich in deren Sanierung investiert, einschließlich eines Kreditrahmens von 2,6 Milliarden Euro.

