Metall- und Elektroindustrie: Licht und Schatten trotz Großaufträgen

Die Metall- und Elektroindustrie steht am Beginn des Jahres 2026 vor einem komplexen Szenario. Während einige Großaufträge aus dem Verteidigungssektor im letzten Quartal 2025 zu einem merklichen Anstieg im Auftragsvolumen führten, bleibt der Gesamtblick auf die Branche düster. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall weist darauf hin, dass die Stimmung unter den Unternehmen weiterhin massiv pessimistisch ist. Oliver Zander, Hauptgeschäftsführer des Verbandes, beschreibt das vergangene Jahr als desaströs für die Industrie, die als wirtschaftliches Rückgrat Deutschlands gilt. Jeden Monat gehen in der Branche fast 10.000 Arbeitsplätze verloren.
Das vergangene Jahr markierte für den Sektor das zweite aufeinanderfolgende Rezessionsjahr. Lässt man die durch den Staat finanzierten Rüstungsaufträge unberücksichtigt, bleibt das Auftragsvolumen bedrückend niedrig. Im November 2025 arbeiteten nach Angaben des Verbands rund 3,8 Millionen Menschen in der Metall- und Elektroindustrie, was einem Rückgang um 102.600 Arbeitsplätze oder 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Während der Umsatz bei lediglich 0,6 Prozent stagnierte, verzeichnete der Absatz im Vorjahresvergleich einen Rückgang von 0,8 Prozent.
Nur im letzten Quartal 2025 zeichnete sich eine leichte Erholung ab, mit einer Produktionssteigerung von 2,1 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dennoch warnen Branchenexperten, dass das laufende Jahr einen erneuten Rückgang der Produktion um 0,5 bis 1,5 Prozent mit sich bringen könnte, was den möglichen Verlust von weiteren 100.000 bis 150.000 Arbeitsplätzen bedeuten würde.

