Merz optimistisch vor Kanzlerwahl – Ein Balanceakt im Deutschen Bundestag
Friedrich Merz, Chef der CDU, zeigt sich zuversichtlich, trotz einiger krankheitsbedingter Ausfälle innerhalb der Unionsabgeordneten, im bevorstehenden ersten Wahlgang die Mehrheit als neuer Bundeskanzler zu erlangen. Nach einer Sitzung der Unionsfraktion in Berlin äußerte sich Merz hinsichtlich der jüngsten Wahl von Jens Spahn als neuer Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion, bei der einige Mitglieder abwesend waren. Er rechnet jedoch fest damit, dass zur entscheidenden Abstimmung alle Fraktionsmitglieder anwesend sein werden.
Lars Klingbeil, der Fraktionschef der SPD, teilt diese Zuversicht und erwartet die volle Unterstützung seiner Fraktion bei der Wahl. Er, der auch als designierter Vizekanzler fungieren soll, ist optimistisch, dass sämtliche Abgeordnete der SPD anwesend sein und für den CDU-Kandidaten stimmen werden. Auch Merz selbst war als Gast in der direkt anschließenden Fraktionssitzung vertreten.
Von den 208 Parlamentariern der CDU und CSU hatten 197 an der Wahl von Spahn teilgenommen. Für die kommende Kanzlerwahl ist die sogenannte Kanzlermehrheit erforderlich, bei der 316 von insgesamt 630 Bundestagsabgeordneten für Merz stimmen müssen. Merz zeigt sich überzeugt, dass sowohl SPD als auch CDU/CSU die nötige Unterstützung vollständig mobilisieren werden. Die schwarz-rote Koalition soll demnach über eine Mehrheit von zwölf Stimmen verfügen, ein Polster, das Merz mit der Kanzlerwahl von Helmut Kohl 1994 vergleicht, wo eine knappe Mehrheit von vier Stimmen genügte.
„Ich muss mich mit Alternativen nicht beschäftigen“, erklärte Merz gelassen, als er auf das Szenario einer möglichen, knapp verfehlten Kanzlermehrheit im ersten Wahlgang angesprochen wurde.

