Merkel warnt vor transatlantischer Debatte um Künstliche Intelligenz

Angela Merkel, die ehemalige Bundeskanzlerin, thematisierte bei einem Event des Magazins 'Stern' die dringende Notwendigkeit, Regeln für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz zu etablieren. Diese Entwicklungen faszinieren sie zwar, aber sie sieht auch die Notwendigkeit für klare Leitplanken und Regulationen, insbesondere in Hinblick auf die erwarteten transatlantischen Diskussionen mit den USA. Der Druck, auf solche Regulierungen zu verzichten, werde enorm sein, warnte Merkel. Doch sie betonte, dass es gefährlich sei, den Algorithmen völlig freie Hand zu geben, ohne Kontrolle darüber, wer diese gestaltet und beeinflusst.
Eine weitere kritische Note fand Merkel bezüglich der neuen US-Sicherheitsstrategie. Sie forderte, dass Europa das transatlantische Bündnis mit den USA nicht gefährden sollte. Gleichwohl könne man die Herabsetzung der EU als 'Störenfried' nicht hinnehmen. Ihrer Ansicht nach müssten die europäischen Interessen gewahrt bleiben, ohne dass man sich von den Vereinigten Staaten in nationale Interessensgruppen spalten lässt.
In bezaubernd nostalgischer Manier erinnerte Merkel jedoch auch an die kulturelle Anziehungskraft der USA. Trotz politischer Differenzen bleibe das Land ein Ort der Sehnsucht, geprägt durch kulturelle Ikonen wie Blue Jeans und Bruce Springsteen. Sie zeigte sich optimistisch und bemerkte, dass die USA intern ebenfalls mit Meinungsverschiedenheiten zu kämpfen haben und hoffte, diese Diskussionen führten zu produktiven Lösungen.

