Mercosur-Abkommen: Durchbruch trotz Verzögerungen

Das Freihandelsabkommen der EU mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay steht nach Ansicht von Bundeskanzler Friedrich Merz kurz vor der vorläufigen Anwendung. Merz äußerte sich optimistisch, dass die anhaltenden Verzögerungsversuche im Europäischen Parlament letztlich ins Leere laufen. „Wenn der erste südamerikanische Staat das Abkommen ratifiziert, wird es vorläufig in Kraft treten“, erläuterte er zuversichtlich beim Neujahrsempfang der Deutschen Börse in Eschborn.
Der lang ersehnte Mercosur-Deal wurde nach über 25 Jahren der Verhandlungen in Paraguay zu Jahresbeginn unterzeichnet. Ziel ist die Schaffung einer riesigen Freihandelszone mit über 700 Millionen Menschen, die durch den Abbau von Handelsbarrieren und Zöllen den Warenaustausch kräftig ankurbeln soll.
Trotz dieser Fortschritte bleibt Skepsis im Europäischen Parlament. Eine knappe Mehrheit stimmte dafür, dass der Europäische Gerichtshof vor der vollständigen Ratifizierung des Abkommens prüfen soll, ob dieses mit EU-Recht übereinstimmt. Die europäische Landwirtschaft sieht durch die potenziell stärker werdende Konkurrenz aus den Mercosur-Staaten ihre Existenz gefährdet, während Befürworter die entstehenden Chancen insbesondere für die Autoindustrie, den Maschinenbau und die Pharmabranche betonen.

