Merck vor herausfordernden Zeiten: Analysten enttäuscht von Ausblick bis 2026
Der Darmstädter Wissenschafts- und Technologiekonzern Merck befindet sich weiterhin in unruhigen Fahrwassern. Nachdem bereits zweimal die ursprünglich gesteckten Ziele für 2025 revidiert werden mussten, blickt das Management für 2026 ebenfalls vorsichtig in die Zukunft. Vorstandschefin Belen Garijo projektiert für das kommende Jahr lediglich eine stabile Marge, was von Analysten als enttäuschend bewertet wurde.
Die Aussagen vom Kapitalmarkttag am Donnerstag trafen an der Börse auf wenig Gegenliebe. Anfänglich freuten sich die Anleger noch über optimistisch formulierte Mittelfristziele, die Garijo vorstellte. Doch frühmorgendliche Kursgewinne verwandelten sich rasch in Verluste. Die Merck-Aktie, die in den vergangenen Jahren ohnehin schwach performt hatte, verlor zuletzt fast fünf Prozent und pendelte sich bei einem Kurs von 110,70 Euro ein. Mit dieser Talfahrt ist das Papier derzeit der schwächste Titel im Dax.
Die düsteren Prognosen für das kommende Jahr basieren auf Erwartungen eines schwächeren operativen Ergebnisses. Analyst Richard Vosser von JPMorgan unterstrich diesen Punkt und wies darauf hin, dass Merck seit seinem Rekordhoch von 231,50 Euro nun mehr als die Hälfte seines Wertes eingebüßt hat. Dies platziert Merck unter den größten Verlierern im deutschen Index, was sich auch im Börsenwert widerspiegelt, der auf etwa 50 Milliarden Euro gesunken ist.
Nichtsdestotrotz gibt sich Merck für die Zeit nach 2026 optimistischer. Dank eines Konzernumbaus konzentriert sich das Unternehmen auf Wachstum. Besondere Schwerpunkte legt Merck auf seltene Erkrankungen, Arzneientwicklung und Halbleiterlösungen. Der Zukauf des US-Krebsspezialisten Springworks Therapeutics soll mittelfristig zu einem höheren organischen Wachstum im Pharmabereich beitragen, während weiterhin nach Übernahmegelegenheiten im Laborgeschäft Ausschau gehalten wird. Für den Geschäftsbereich Electronics, der von der aktuellen KI-Nachfrage profitiert, plant Merck ein Wachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich.
Herausforderungen wie hohe Rückstellungen und Projektverzögerungen trüben jedoch das Bild. Im Mai 2026 wird die Spanierin Belen Garijo den Staffelstab an den derzeitigen Chef der Elektroniksparte, Kai Beckmann, weiterreichen. Die selbst gesteckten Umsatzziele von 25 Milliarden Euro für 2025 scheinen jedoch außer Reichweite zu liegen. Stattdessen prognostiziert Merck nun 20,5 bis 21,7 Milliarden Euro mit einem bereinigten Ebitda von 5,9 bis 6,3 Milliarden Euro.

