Merck KGaA glänzt mit Quartalszahlen und positiver Prognoseanpassung
Der deutsche Pharma- und Technologieriese Merck KGaA hat mit seinen jüngsten Quartalszahlen die Erwartungen übertroffen und positive Impulse am Aktienmarkt ausgelöst. Schon im Vorfeld war spekuliert worden, dass das Unternehmen von der Erholung seiner Laborsparte profitieren könnte. Tatsächlich legten die Geschäfte mit Produkten für die Arzneimittelproduktion deutlich zu. Zudem erwies sich die Übernahme des US-Krebsspezialisten Springworks Therapeutics als wertvoller Treiber für die Pharmasparte des Konzerns. Ein weiterer Aufschwung zeigt sich im Bereich der Halbleitermaterialien, wo der Boom der Künstlichen Intelligenz positive Effekte auf Mercks Geschäft entfaltet.
Konzernchefin Belen Garijo nahm dies zum Anlass, die Jahresprognose nochmals zu verfeinern. Die Aktie honorierte die starken Resultate prompt mit einem deutlichen Kursanstieg von mehr als sieben Prozent und erreichte in der Folge ein Hoch seit Mai. Trotz der erfreulichen Entwicklungen bleibt das Merck-Papier auf Jahressicht jedoch rückläufig, da zuvor die Laborsparte schwächelte und die Halbleiterproduktion derzeit noch unter gewissen Herausforderungen leidet. Allerdings äußerte sich die Vorstandschefin optimistisch: "Das solide organische Wachstum in unseren Geschäftsbereichen ist Beleg für unsere Resilienz", erklärte Garijo. Im Zeitraum von Juli bis September stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent auf 5,32 Milliarden Euro, wobei das bereinigte Ebitda um 3,1 Prozent auf knapp 1,7 Milliarden Euro zulegte.
Besonders erfreulich war der Verkauf eines Priority Review Voucher an die US-Arzneimittelbehörde, der zu einer merklichen Ergebnissteigerung beitrug. Letztlich verzeichnete Merck einen Nettogewinn von 898 Millionen Euro, nach 812 Millionen Euro im Vorjahr. Merck adjustierte seine Prognose für den Jahresumsatz auf 20,8 bis 21,4 Milliarden Euro und stellte die Erwartungen für das bereinigte Ebitda auf 6,0 bis 6,2 Milliarden Euro ein.
Die strategische Bedeutung des US-Marktes bleibt unverändert hoch, zumal das Unternehmen neue Initiativen zur Ausweitung seines Geschäfts dort plant. Eine kürzlich geschlossene Vereinbarung mit der Regierung der USA soll die dortigen Kosten für Behandlungen der künstlichen Befruchtung senken und könnte perspektivisch Vorteile hinsichtlich von Handelszöllen bringen.

