The Occultist im Test: Okkulter Horror-Schocker mit viel verschwenktem Potenzial

01. Mai 2026, 14:53 Uhr · Quelle: PixelCritics
Packender Geschichts-Horror mit tollem Soundtrack: The Occultist fasziniert, lässt aber spielerisch Potenzial liegen. Warum Genre-Fans trotzdem reinschauen sollten.

Übernatürliches. Wahnvorstellungen oder doch Realität? Okkulte Sekte. Schlagworte eines jeden zweiten Horrorfilms in den 90er-Jahren, oder etwa nicht? Ausgelutschte Story oder doch Revival eines totgesagten Genres? Wir wissen es (noch) nicht. Und ich nehme gleich vorweg: Auch The Occultist wird es uns nur mäßig verraten. Die Mischung aus waffenlosem Horror, gepaart mit Schleichmanöver hat durchaus seine Daseinsberechtigung und Wertigkeit. Doch gerade in diesem Genre kommt es sehr stark auf die Details und dessen Setup an. Ob die Entwickler von Daloar hier einen brauchbaren Job abgeliefert haben, oder wir den Titel doch lieber in einer Holzkiste im Garten vergraben sollten, verrät euch dieses Review.

Schon wieder ein Alan?

Ja richtig gelesen. Hauptprotagonist ist erneut ein Alan … hatten wir das nicht schon? Ist der Vorname bei Horrorgeschichtsschreiben leicht so beliebt? Anyway … weiter im Text. Als Hauptprotagonist Alan Rebels suchen wir unseren verschollenen Vater. Dabei zieht es uns … durch übernatürliche Hinweise oder via Navi auf die Insel Godstone, auf der sich auch einiges an Zivilisation angesiedelt hat … oder besser gesagt hatte. Schnell wird uns klar, dass es auf der Insel nicht mit rechten, sondern übernatürlichen Dingen zugeht, die uns an die blühende Jugend will. Im nahegelegenen Krankenhaus erfahren wir mehr über die Geschehnisse, welche die Bewohner von Godstone dahingerafft hat. Ein okkulter Kreis hat hier wohl seine Umkreise gezogen und seine Experimente an den Bewohnern verübt. Und das lief wohl nicht wie geplant … warum sollte es auch.

Dabei deckt Alan laufend neue und eigenständige Details zu den Geschehnissen auf. Wir kramen stark in der Vergangenheitskiste. Seien es die Schauplätze selbst, die ihre Geschichten zu erzählen vermögen, die Briefe, Gegenstände oder die Atmosphäre an sich. Prinzipiell wirft uns Godstone die grauenhaften Geschehnisse direkt vor die Füße, Krümmel für Krümmel. Ob unser Vater damit etwas zu tun hat? Wir wissen es (noch) nicht …

Die Welt durch das Horror-Schauglas

Spielmechanisch setzt The Occultist auf keine pompösen Kämpfe wie der Namensverwandte Ableger des Hauptcharakters. Wir erkunden in Ruhe die Umgebung von Godstone. Wer denkt, dass sei un-gruselig hat sich jedoch geschnitten. Auch in der Ruhe, kann einiges an Spannung und Atmosphäre stecken. Hat sich die Vase dort verstellt? Hing das Bild vorher schon schief? Hatte diese Leiche nicht die Hand geschlossen? Diese Ungereimtheiten treten in The Occultist zu Hauf auf und versprühen eine ganz eigene Art von Horror, die mir durchaus gefallen hat. Ab und zu werden clevere Jumpscares eingebaut, die die Ruhe zerfetzen sollen. So springt plötzlich ein Hirsch vor uns aus dem Walt, fällt eine Vase vom Tisch oder rollt im verwahrlosten Kinderzimmer plötzlich ein Ball unter dem Bett hervor. Das haben die Entwickler wirklich ausgewogen gut hinbekommen.

Das Wort fiel bereits: Waffenlos. Wobei nicht ganz. Wir sind mit einem übernatürlichen Pendel ausgestattet, dass uns hilft in dieser obszönen Welt klarzukommen, praktisch. Das Pendel (bestehend aus Glas und einem Rabenschädel vermeintlich) bietet uns mehrere Funktionen. So sehen wir durch das Glas Dinge die vorher nicht da waren, wie Blutspritzer, Bilder oder gar Gegenstände. Des Weiteren dreht es die Zeit an bestimmten Orten zurück und legt so dessen Geschichte, Wege oder ebenfalls Gegenstände frei. Interessante Idee, die jedoch schnell verkommt. Das Pendel leuchtet immer aktiv auf, sobald sich etwas in der Nähe befindet zum Agieren. Das nimmt der ganzen Show leider den Suchen-und-Finden-Flair. Das undefinierte Suchen wäre hierbei stimmungsvoller gewesen.

Wer denkt, dass die Welt von Godstone leblos ist … hat recht. Das bedeutet aber im eigentlichen Sinne nichts Negatives, sondern ist bei Horror-Titel durchaus positiv gemeint. Wir durchstreifen alte Gebäude, übersäht mit Leichen und okkulten Verzierungen. Wir durchwandern verlassene Städte und Wälder, die ihre eigenen Geschichten erzählen. Und genau da kommt das stark-positive von The Occultist zum Vorschein. Jede Leiche, jeder Raum, jeder blutüberströmte Gegenstand erzählt seine eigene Geschichte, die es Wert ist, entdeckt zu werden. Die Entwickler haben sich viel Mühe gegeben den Toten Leben einzuhauchen. Klar kann man getrost an allem vorbeirennen und die Meldung skippen. Das macht aber den psychologischen Horror aus. Sich Zeit nehmen, die Dinge durchzusehen, ein eigenes Bild dazu malen. Das ist den Entwicklern durchaus gut gelungen.

Lasst euch jagen

Und nun zu den nicht so gut gelungenen Dingen. In The Occultist fühlt man sich ständig verfolgt. Manchmal nicht nur im übertragenen Sinne. Geister der Zurückgeblieben besetzten ihr vermodertes altes ich und wollen uns ans lebende, bleiche Leder. Uns bleibt nichts anderes übrig als zu fliehen, uns zu verstecken und vorbeizuschleichen. Das wirkt auf den ersten Blick gar nicht so problematisch, wäre da nicht diese zerstörerische Steuerung gepaart mit unsäglicher fehlender Logik bzw. KI dahinter. Die Gegner rennen uns plump nach oder laufen ihre vorgefertigte Route ab. Die Aufgabe vorbeizukommen, wird zum kurzen Event oder zum Dauerhindernis, welches stark frustet. Da hätte man eindeutig mehr Feinschliff hineinlegen müssen.

Weiters kommt hinzu, dass die Animationen leider stark veraltet aussehen. Realer Horror muss auch real aussehen. So ist das leider. Hackelnde Gegner, die in Wände zum Teil glitchen sind da eher der Abturner. Der reale Horror verkommt dann doch … zu einem Videospiel. Was in diesem Sinne aber nachteilig fürs Videospiel ist. Grafisch sehen die Gegner aus wie auf der PSP. Die alte … nicht die neue. Daher auch hier starke Minuspunkte am Gruselfaktor. Schade.

Zuletzt möchte ich noch den sehr gut gelungen Soundtrack des Spiels hervorheben. Wenn der Sound beim Horrorspiel nicht aktiv auffällt, sondern „nur“ im Hintergrund schwellt ist er perfekt. Genau das schafft The Occultist sehr gut. Es muss still sein, wenn es still sein muss und laut wenn Lautstärke gefragt ist.

Nach rund 6 bis 8 Stunden Spielzeit ist der Titel auch schon wieder beendet. Was angesichts des komoten Preises durchaus akzeptabel ist. Etwas mehr hätte es aber schon sein können. Für straight-forward Spieler ohne groß Nebenbei-Schnickschnack ist der Titel wohl in der Hälfte schaffbar. Man muss sich bewusst auf die Handlung, Umgebung und Einzelgeschichten einlassen. So ist es von den Entwicklern auch gedacht. Somit spricht The Occultist wohl ein sehr ausgewähltes Horror-Publikum an, dass sehr wenig auf Äußerlichkeiten setzt und mehr im Storytelling und geschichtlichen Horror beheimatet ist. Ob dies eine gewinnbringende Zielgruppe ist, lassen wir in den okkulten Sternen stehen …

Gaming / The Occultist / Horror / Okkult / Adventure / Daloar / Godstone
[pixelcritics.com] · 01.05.2026 · 14:53 Uhr
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