Chemieindustrie fürchtet Verschärfung der Versorgungsengpässe

01. Mai 2026, 15:35 Uhr · Quelle: dts Nachrichtenagentur
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Der Covestro-Chef befürchtet stärkere Rohstoffengpässe durch die Iran-Krise, was Preise in der Industrie anhebt und Versorgungslücken vergrößert.

Leverkusen - Der Vorstandsvorsitzende des Kunststoffkonzerns Covestro, Markus Steilemann, rechnet mit einer stärkeren Verknappung bestimmter Rohstoffe durch die Iran-Krise. "Wir sind noch nicht im schlimmsten Szenario. Es gibt ja nach wie vor Transportwege aus der Region - über Pipelines ins Rote Meer, über Landtransporte in geringerem Umfang", sagte Steilemann der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstagsausgabe). Falls diese Transportwege auch noch signifikant gestört würden, eskaliere die Versorgungslage weiter.

Viele Versorgungsausfälle würden erst in Zukunft sichtbar. In einigen Bereichen dürfte es zu stärkerer Verknappung kommen, vielleicht auch zeitweise zu kompletten Ausfällen bestimmter Stoffe in bestimmten Regionen, so Steilemann.

Unternehmen wie Covestro könnten von der Lage aber auch profitieren, schließlich stiegen die Preise von manchen Rohstoffen aus der chemischen Industrie signifikant, nicht weil Anlagen nicht ausgelastet seien, sondern schlicht wegen mangelnder Verfügbarkeit der Stoffe. Eine Rolle spielten der Zugang zu Rohstoffen und Endprodukten und eine bewusste Zurückhaltung. Länder wie Japan und Korea seien im Moment betroffen, weil sie kaum noch physische Rohstoffe aus Öl und Gas bekämen und insofern kaum noch Output erzeugen könnten, der exportiert werden könne, erklärte der Konzernvorstand. Manche Länder wiederum hätten die Devise ausgegeben, nur noch für den eigenen Bedarf zu produzieren.

Covestro prüfe für einige wenige Produkte alternative Lieferketten. "Oft sind es kleine Mengen mit großem Effekt. Nehmen wir Flammschutzmittel: Das sind vergleichsweise kleine Volumina, aber wenn Sie die nicht haben, können Sie ein Produkt nicht in der gewünschten Spezifikation ausliefern, und dann ist es faktisch nicht verkaufbar."

Länger spürbar dürften aber die indirekten Auswirkungen werden, erwartet Steilemann, der auch Präsident des Chemieverbands VCI ist. Indirekt sehe man verunsicherte Konsumenten, den Inflationsdruck und wie vermehrt Arbeitsplätze abgebaut würden. Das belaste die Nachfragemärkte, wenn die Einkommen schrumpften. "Das trifft dann die Zulieferindustrie und in der Folge die chemische Industrie. Am schärfsten werden Deutschland und Europa betroffen sein."

Der Covestro-Chef forderte auch, bestimmte Wertschöpfungsketten aus Resilienzgründen zumindest als strategische Reserve in Deutschland zu halten. Dazu gehörten pharmazeutische Produkte, Antibiotika, landwirtschaftliche Produkte, Wasserbehandlung und Basischemikalien. "Das lohnt sich eigentlich nicht in Deutschland, eindeutig nicht - und dennoch müssen wir es tun."

Gleichzeitig stünden Unternehmen unter Handlungsdruck. "Konsolidierung kostet Geld, das Aufrechterhalten unwirtschaftlicher Ketten kostet Geld, Transformation kostet Geld. Und dadurch entsteht nicht automatisch mehr Output", so Steilemann. Internationale Wettbewerber spürten diesen Druck nicht in gleicher Form. Man müsse konsequent auf Bereiche setzen, die man in Deutschland halten könne, also hochinnovative Produkte.

Wirtschaft / Deutschland / Iran / Industrie / Chemieindustrie / Unternehmen / Energie
01.05.2026 · 15:35 Uhr
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