Merck & Co setzt neue Akzente: Erfolgreicher Turnaround im dritten Quartal
Die Geschäfte des amerikanischen Pharmariesen Merck & Co erleben nach einem schwachen zweiten Quartal wieder einen deutlichen Aufschwung. Der unerwartet positive Verlauf des dritten Jahresviertels ist insbesondere auf das innovative Impfstoffprojekt Capvaxive zurückzuführen. Dieses Vakzin, das speziell zur Bekämpfung von Lungenentzündungen entwickelt wurde, erwies sich als vielversprechender Hoffnungsträger, der neben deutlich reduzierten Kosten zu einem Gewinnsprung um bemerkenswerte 83 Prozent auf nahezu 5,8 Milliarden US-Dollar führte.
Unternehmenschef Robert Davis zeigt sich nun für das laufende Jahr optimistischer. Während er die Gewinnerwartungen leicht anhebt, bleibt der Umsatzausblick leicht gedämpfter. Die Aktie erlebte im vorbörslichen Handel einen Aufwind, drehte jedoch zuletzt um 2,8 Prozent ins Minus. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll laut Unternehmensangaben nun zwischen 8,93 und 8,98 Dollar liegen, nachdem die Prognose im Sommer bereits einmal angehoben wurde. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag dieser Wert bei 7,65 Dollar, bei einem Umsatz von knapp 64,2 Milliarden Dollar.
Das erreichte Umsatzplus von 4 Prozent im vergangenen Quartal beruhte auf Einnahmen in Höhe von 17,3 Milliarden Dollar und übertraf die Erwartungen der Analysten. Keytruda, das führende Krebsmedikament des Unternehmens, übertraf mit über acht Milliarden Dollar zwar nicht die Markterwartungen, bleibt jedoch ein entscheidender Faktor.
Die bald auslaufenden Patente des Blockbuster-Medikaments Keytruda motivieren Merck, mit Capvaxive neue Marktanteile zu sichern. Der Impfstoff tritt gegen Prevnar von Pfizer an, welches als einer der Top-Seller auf dem Markt bekannt ist. Branchenexperten gehen davon aus, dass Capvaxive durch seine höhere Wirksamkeit in der Lage sein könnte, Prevnar den Rang abzulaufen. Im dritten Quartal zeigte sich Capvaxive als Wachstumstreiber mit einem Umsatzsprung von 47 auf 244 Millionen Dollar, was die Erwartungen des Marktes deutlich übertraf.

