Mehr Drohnen, weniger Soldaten: US-Armee muss sparen

27. Januar 2012, 16:05 Uhr · Quelle: dpa

Washington (dpa) - Die US-Militärs machen mit dem Sparen ernst: Erstmals seit über zehn Jahren soll der Verteidigungsetat 2013 leicht zurückgehen. Mindestens 90 000 Soldaten werden in den nächsten Jahren eingespart. Außerdem sollen teure Waffenprogramme gestreckt werden.

Dennoch betonte Verteidigungsminister Leon Panetta: «Wir wollen weiterhin die stärksten Streitkräfte der Welt bleiben.» Die US-Militärs seien weiterhin in der Lage, «jeden Gegner überall und jederzeit» zu besiegen.

Drastische Einschnitte müssen vor allem das Heer und die Marines hinnehmen, sagte Panetta am Donnerstag (Ortszeit) in Washington. Das aktive Heer werde in den nächsten fünf Jahren um rund 70 000 auf 490 000 Mann verkleinert. Die Marines würden um 20 000 auf 182 000 Soldaten zurückgefahren. Allerdings gebe es auch künftig noch ein wenig mehr Bodentruppen als vor den Terroranschlägen vom 11. September 2001.

Verstärkt werden sollen dagegen Spezialkräfte, die klein und flexibel sind, um rasch zu Sondereinsätzen kommandiert zu werden - wie etwa die Seals-Einheit, die im Frühjahr in Pakistan Terrorchef Osama bin Laden getötet hatte.

Als schwerste gegenwärtige Bedrohung bezeichnete Panetta vor allem die Atomprogramme im Iran und in Nordkorea. Außerdem betonte er die Gefahr von Cyberattacken.

Panetta bekräftigte damit die neue Militärstrategie, die Präsident Barack Obama bereits vor Wochen verkündet hatte. Kern der Neuausrichtung: Die US-Streitkräfte sollen zwar schlanker, dafür aber flexibler werden. Das Augenmerk liege künftig stärker in Asien und im Nahen Osten. Allerdings sieht das neue Konzept nicht mehr vor, dass die USA zwei Kriege gleichzeitig führen können - wie etwa im Irak und in Afghanistan.

Die amerikanische Militärpräsenz in Europa wird drastisch heruntergefahren: Zwei der gegenwärtig vier Brigaden in Europa sollen gestrichen werden, bekräftigte Panetta, nannte aber keine konkreten Standorte. Drei der Brigaden befinden sich in Deutschland, die vierte ist in Italien stationiert.

Dies dürfte das Aus für die 170. Infanteriebrigade in Baumholder (Rheinland-Pfalz) und die 172. Infanteriebrigade in Grafenwöhr (Bayern) bedeuten. «Die einzigen zwei schweren Brigaden (in Europa), die wir haben, sind die 170. und die 172. Brigade», erläuterte ein Sprecher der US-Army in Heidelberg am Freitag.

Eine wichtige weitere Einsparung betrifft das Programm des neuen F-35 Tarnkappen-Kampfjets. Es solle zeitlich gestreckt werden, hieß es. Außerdem würden sechs Flug-Geschwader von jeweils 18 bis 24 Maschinen sowie mehrere Marine-Kreuzer abgebaut. Dafür setzt die Armee künftig mehr auf Hightech: So soll vor allem die Flotte unbemannter Drohnen vergrößert und mehr Geld in Forschung und neue Technologien sowie in die Abwehr von Cyberangriffen fließen.

Die Einsparungen seien ein «schwieriges Unternehmen», sagte Panetta. Es gebe aber keine Alternative, sagte er mit Blick auf den Kongress, der zustimmen muss. In ersten Reaktionen kritisierten führende Republikaner die Vorschläge. Sollten allerdings Regierung und Opposition im Parlament keine Einigung erreichen, drohen noch härtere Einschnitte - dies hatten beide Seiten im Zuge der Schuldenbegrenzung im vergangenen Sommer vereinbart.

Erstmals seit 1998 wird der Verteidigungsetat im nächsten Jahr leicht zurückgehen - um rund ein Prozent auf 525 Milliarden Dollar (400 Milliarden Euro). Allein in den nächsten fünf Jahren seien gemessen an ursprünglichen Plänen Einsparungen in Höhe von 259 Milliarden Dollar vorgesehen, sagte Panetta. Bis 2022 seien es 487 Milliarden Dollar.

Verteidigung / USA / Deutschland
27.01.2012 · 16:05 Uhr
[0 Kommentare]
Bundeswehr-Soldaten (Archiv)
Berlin - Die SPD-Bundestagsfraktion hat Voraussetzungen genannt, unter denen sie einer Entsendung deutscher Soldaten in die Straße von Hormus zustimmen würde. "Deutsche Soldaten werden nicht hingeschickt, solange es keinen verlässlichen Waffenstillstand gibt. Ich bin nicht bereit, als deutscher Parlamentarier unsere Parlamentsarmee, unsere Soldatinnen […] (00)
vor 9 Minuten
Diese Entwicklung zeigt sich besonders in Europa. Deutschland hat im Jahr 2024 einen neuen rechtlichen Rahmen geschaffen, der Erwachsenen den Besitz und Eigenanbau von Cannabis unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Damit hat sich nicht nur der gesellschaftliche Umgang verändert. Wirtschaftliche Perspektiven sind ebenfalls stärker in den Fokus gerückt. […] (00)
vor 21 Minuten
Aufgeklappter Laptop steht auf einem Tisch
Wien/Berlin (dpa/tmn) - «Kurzfristig verfügbar» oder «Abverkauf gestartet»: Wenn namhafte Anbieter wie etwa Mietwagenunternehmen per Mail scheinbar günstige Gebrauchtwagen anbieten, ist höchste Vorsicht geboten. Denn egal wie authentisch oder professionell die E-Mails mit Katalogen und vermeintlichen Kaufverträgen im Anhang wirken mögen: Bei diesen […] (00)
vor 8 Minuten
Strategischer Ausblick: Battlefield Studios präsentiert die Roadmap für 2026
Battlefield Studios veröffentlicht eine umfassende Roadmap für das Jahr 2026 und gibt einen detaillierten Ausblick auf kommende Inhalte für Battlefield 6 und REDSEC. Die Übersicht zeigt zentrale Entwicklungen des Jahres, darunter neue großflächige Karten, die Rückkehr von Seegefechten sowie mehrere priorisierte Funktionen, die im Laufe des Jahres […] (00)
vor 30 Minuten
Sascha Lobo und Jule Lobo starten Podcast neu
Seit Donnerstag geht «POV» an den Start, der neue Name für «Feel the News», der künftig stärker auf Perspektiven statt Gefühle setzen soll. Seit Donnerstag erscheint der Podcast POV, der aus dem bisherigen Format «Feel the News» hervorgeht. Sascha Lobo und Jule Lobo richten ihr Projekt damit inhaltlich neu aus: Stand bislang vor allem die emotionale Wirkung von Nachrichten im Fokus, soll es […] (00)
vor 1 Stunde
Celta Vigo - SC Freiburg
Berlin (dpa) - Durch Freiburgs Einzug ins Europacup-Halbfinale darf die Bundesliga weiter auf sechs Champions-League-Plätze für die kommende Saison hoffen. Dafür müsste der SC Freiburg die Europa League gewinnen und sich somit ein direktes Startrecht für die Königsklasse ergattern. Außerdem müsste Deutschland im UEFA-Saisonranking Spanien noch vom […] (01)
vor 1 Stunde
trading, investing, stocks, options, dow, nasdaq, downtown, profit, tesla, bitcoin
Märkte reagieren auf diplomatischen Durchbruch Die Zuversicht der Anleger spiegelt sich im Bitcoin-Kurs wider. Die größte Kryptowährung der Welt stieg am Donnerstag auf $74.650, nachdem sie zuvor ein Tagestief von etwa $73.050 erreicht hatte, wie Daten von TradingView zeigen. Diese Kursbewegung erfolgte nur wenige Stunden, nachdem US-Präsident Donald […] (00)
vor 1 Stunde
KI in der Verwaltung
Osnabrück, 17.04.2026 (PresseBox) - Mit Microsoft Copilot steht den Mitarbeitenden ein leistungsstarkes Werkzeug zur Seite, das nicht nur Informationen liefert, sondern aktiv bei der Arbeit unterstützt. Doch wie bei jedem Werkzeug gilt: Die Wirkung entfaltet sich erst durch den richtigen Umgang. Genau hier setzt der „Copilot-Workshop“ der ITEBO an. […] (00)
vor 1 Stunde
 
Win Myint
Naypyidaw (dpa) - Der frühere Präsident von Myanmar, Win Myint, ist im Zuge einer […] (00)
Familienministerium (Archiv)
Berlin - Im Bundesfamilienministerium von Karin Prien (CDU) gibt es Ärger wegen des […] (02)
Lars Klingbeil
Berlin (dpa) - SPD-Chef Lars Klingbeil setzt sich für eine weltweite Vernetzung […] (00)
Tödlicher Arbeitsunfall in Lederfabrik
Runkel (dpa) - Nach einem tödlichen Arbeitsunfall im mittelhessischen Runkel sind […] (03)
Sudden Strike 5 – Stimmt euch auf den Release ein – mit der Demo!
Sudden Strike 5, das mit Spannung erwartete Echtzeit-Strategiespiel im Zweiten […] (00)
Andreas Rettig
Hamburg (dpa) - Ungeklärte Steuerfragen in den USA und faktisch sinkende WM-Prämien […] (01)
Denon AVR-S980H – Entwickelt für ein intensiveres Erlebnis
Denon, Hersteller von hochwertigen Soundsystemen, kündigt den neuen Denon AVR-S980H […] (00)
Anne Hathaway
(BANG) - Beyoncé half Anne Hathaway dabei, eine glaubwürdige Popstar-Performance für […] (00)
 
 
Suchbegriff