Maschinenbau in Deutschland: Herausforderungen und Hoffnungen
Deutschlands Maschinenbauindustrie steht vor einem anspruchsvollen Jahr, da sie auf ein prognostiziertes Produktionsminus von fünf Prozent zusteuert. Der Sektor, bekannt für seine hohe Exportorientierung, sieht sich anhaltend mit einer spürbaren Flaute bei der Nachfrage und einer Unterauslastung konfrontiert, wie Johannes Gernandt, Chefvolkswirt des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), die aktuellen Auftragseingänge bis zum Ende des dritten Quartals analysiert.
Im September fielen die Auftragseingänge um real 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, was teilweise auf den starken Einfluss von Großanlagenbestellungen im Vorjahr zurückzuführen ist. Diese Sonderfaktoren wiederholten sich diesmal nicht. Trotzdem, so Gernandt, wird die Branche erst dann signifikante Verbesserungen erleben, wenn die globalen Handelskonflikte, insbesondere solche im Zusammenhang mit den US-Strafzöllen, gelöst werden und in Europa Reformen umgesetzt werden, die den Unternehmen spürbare Entlastungen bringen.
Der Rückgang der Bestellungen aus dem Inland um fünf Prozent und ein drastischer Einbruch der Orders aus dem Ausland um 24 Prozent sorgten auch im dritten Quartal für einen Minus von sechs Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode. Diese Faktoren führen dazu, dass die Marktbilanz für die ersten neun Monate des laufenden Jahres ein negatives Wachstum von einem Prozent aufweist.
Die schwächelnde Konjunktur, verbunden mit Handelsbarrieren, hat das Potenzial, Arbeitsplätze unter Druck zu setzen. Laut einer Umfrage des VDMA, die Anfang Oktober veröffentlicht wurde, erwartet mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (55 Prozent), die Zahl ihrer Mitarbeiter stabil zu halten, während 26 Prozent mit einem Abbau von Stellen rechnen. Ende Juni 2023 meldete der VDMA, dass in Unternehmungen mit mehr als 50 Beschäftigten circa 1,01 Millionen Personen tätig waren, während für Ende 2024 mit über 1,2 Millionen Beschäftigten im deutschen Maschinen- und Anlagenbau gerechnet wird.

