Marktbericht: Bundesanleihen lassen nach - Industrie in der Krise
Die Preise für deutsche Bundesanleihen haben am Mittwoch spürbare Verluste erlitten. Der Euro-Bund-Future, ein entscheidendes Barometer für den Markt, verzeichnete einen Rückgang von 0,18 Prozent und notierte am späten Nachmittag bei 127,40 Punkten. Infolgedessen stieg die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen auf 2,86 Prozent.
Der Markt reagierte kaum auf schwache konjunkturelle Signale aus Deutschland. Das Ifo-Geschäftsklima, ein bedeutender Wirtschaftsindikator, verschlechterte sich im Dezember unerwartet weiter und verstärkte die trüben Aussichten für das Konsumklima. DekaBank-Chefvolkswirt Ulrich Kater äußerte sich besorgt über die kontinuierliche Abwärtsbewegung der deutschen Industrie. Auch positive Entwicklungen durch steigende Aufträge im Verteidigungssektor konnten die pessimistische Stimmung nicht lindern. Kater sprach von einer regelrecht vergifteten Stimmung in der Industrie.
Experten gehen davon aus, dass die aktuellen Daten nur begrenzt Einfluss auf die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank haben werden. Helaba-Analyst Ulrich Wortberg verwies darauf, dass die EZB weiterhin einen genauen Blick auf die konjunkturelle Lage werfen wird. Der Rückgang des Ifo-Index wird jedoch kaum Auswirkung auf die bevorstehende Zinsentscheidung haben. Wortberg betonte, dass die Geldpolitik strategisch gut aufgestellt sei und eine abwartende Haltung bevorzugt werde.

