Marktanalyse: Unsichere Zeiten begünstigen Festverzinsliche
Die deutschen Staatsanleihen verzeichneten am Dienstag Kursgewinne. Diese Entwicklung wird auf eine gestiegene Nachfrage nach Anleihen zurückgeführt, die aus der derzeitigen Unsicherheit im Spannungsfeld zwischen US-Präsident Donald Trump und der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) resultiert. Besonders bemerkenswert ist hier der Anstieg des richtungsweisenden Euro-Bund-Futures um 0,17 Prozent auf 129,44 Punkte, während die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen auf 2,72 Prozent zurückgingen.
Der Konflikt zwischen Trump und der Fed erreichte eine neue Stufe, als Trump die umgehende Entlassung von Fed-Gouverneurin Lisa Cook bekanntgab. Der Präsident wirft Cook vor, in Hypothekenverträgen falsche Angaben gemacht zu haben, was er als ausreichenden Grund für ihre Absetzung sieht. Cook hingegen zeigt einen kämpferischen Geist und erklärte, sie werde um ihr Amt in der Fed kämpfen.
Diese Entwicklungen nähren Spekulationen über mögliche politische Eingriffe in die Fed, was die Dekabank zu der Einschätzung veranlasst, dass die Zinsen in den USA möglicherweise in naher Zukunft signifikant sinken könnten. Diese Aussicht auf niedrigere Zinsen belastet den Markt für Staatsanleihen.
Nicht nur deutsche, sondern auch französische Anleihen profitierten von dieser Entwicklung, obwohl der französische Aktienmarkt unter erheblichem Druck stand. Im politischen Kontext hat Frankreichs Premierminister François Bayrou angekündigt, die Vertrauensfrage hinsichtlich des bevorstehenden Sparhaushalts zu stellen. Eine Abstimmung darüber ist für den 8. September im Parlament angesetzt. Die zehnjährige französische Staatsanleihe notierte zuletzt bei 3,50 Prozent.

