Marktanalyse: Deutsche Staatsanleihen unter Druck – Politische Unruhe in Frankreich befeuert Unsicherheit
Die Kurse für deutsche Staatsanleihen haben am Dienstag nachgegeben, was sich in einem Rückgang des richtungsweisenden Euro-Bund-Future um 0,24 Prozent auf 128,93 Punkte widerspiegelte. Im Gegenzug stieg die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen auf 2,78 Prozent. Die Finanzmärkte blicken gespannt auf die Veröffentlichung der Verbraucherpreise aus der Eurozone. Ökonomen, die von der Finanznachrichtenagentur Bloomberg befragt wurden, prognostizieren für den August einen leichten Anstieg der Inflationsrate von 2,0 Prozent auf 2,1 Prozent.
Angesichts dieser Vorhersagen erwarten Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen keine neuen Spekulationen über Zinssenkungen seitens der Europäischen Zentralbank. Auch in den USA könnten wirtschaftliche Indikatoren, wie der Einkaufsmanagerindex ISM für die Industrie, Bewegungen an den Märkten auslösen.
Unterdessen überschattet die politische Situation in Frankreich die europäische Anleihenlandschaft. Die Ankündigung von Premier François Bayrou, im Parlament die Vertrauensfrage zu stellen, wirft die Frage nach dem Fortbestand seiner Mitte-Rechts-Regierung auf, die keine Mehrheit in der Nationalversammlung besitzt. Zusätzlich mobilisieren die Gewerkschaften landesweite Streiks gegen den Sparkurs der Regierung, was die Lage weiter verschärft. Die Unsicherheiten führten zu einem deutlichen Anstieg der Renditen französischer Staatsanleihen, die nun sogar über denen Griechenlands liegen.

