Markt verblüfft: Trumps neue Zölle lassen Investoren unbeeindruckt
Als Donald Trump seine „Liberation Day“-Rede im April hielt und umfassende Zölle ankündigte, reagierten die Märkte zunächst mit Panik. Investoren befürchteten eine Wiederholung der Handelskonflikte aus seiner ersten Amtszeit. Aktienkurse fielen, während die Märkte versuchten, die Auswirkungen der neuen Zölle auf globale Lieferketten zu bewerten. Sechs Monate später hat sich das Bild jedoch gewandelt.
Die anfängliche Panik ist weitgehend verflogen und wurde von der Erkenntnis abgelöst, dass die tatsächlichen wirtschaftlichen Auswirkungen durch Ausnahmen, ausgehandelte Vereinbarungen und Befreiungen abgemildert wurden. Am Freitag erholten sich die Aktien sogar aus einem mehrtägigen Verlusttrend, was die Gelassenheit der Anleger gegenüber den jüngsten Überraschungen von Trumps Social-Media-Account unterstreicht. Mit der jüngsten Ankündigung von neuen Zöllen, darunter einem 100% Zoll auf markenrechtlich geschützte Pharmazeutika und einem 50% Zoll auf Möbelimporte, zeigen die Märkte kaum Reaktionen.
Michael Browne, globaler Investmentstratege bei Franklin Templeton, erklärte gegenüber der Financial Times, dass die Märkte Zölle als „überholt“ betrachten. Trotz der anfänglichen Sorge europäischer und asiatischer Pharmahersteller, wie Zealand Pharma und Novo Nordisk, haben zahlreiche Ausnahmeregelungen die Befürchtungen gelindert. Generika, die neun von zehn US-Rezepten ausmachen, sind von den neuen Zöllen ausgenommen. Ein Handelsabkommen zwischen den USA und der EU beschränkt Zölle auf die meisten europäischen Arzneimittelausfuhren auf 15%. Marktanalysten wiesen schnell auf diese Ausnahmen hin, was zur Beruhigung beitrug.
Für Anleger ist das Verhalten bereits vertraut: Ein anfänglicher Rückgang weicht oft der Erkenntnis, dass Zölle selten so weitreichend sind, wie angekündigt. Während die Wirtschaft weiterhin ein robustes Wachstum zeigt, bleibt der Einfluss neuer Zölle auf die Konsumbereitschaft bislang geringer als erwartet.

